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* * *

18. Dezember
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

5. Folge

10. Weil Gott unermeßlich ist, so ist Er allenthalben gegenwärtig; aber Er befindet sich an zwei Orten auf eine ganz besondere Weise, nämlich im Himmel, wo Er in Seiner Glorie, die Er den Heiligen mitteilt, thront - und auf Erden, in einer demütigen Seele, die Ihn liebt: “Denn er wohnt bei denen, die zerknirscht und demütigen Geistes sind” (Is 57,15). Obschon Gott in Seiner Herrlichkeit im Himmel wohnt, so verschmäht Er es dennoch nicht, Tag und Nacht Sich mit Seinen treuen Dienern in Einöden und stillen Kammern zu unterhalten, um ihnen daselbst jene göttlichen Tröstungen zukommen zu lassen, deren einzige alle Freuden der Welt weit übertrifft, und die man nur deshalb nicht wünscht, weil man sie nicht kennt: “Verkostet und seht, denn der Herr ist süß” (Ps 33,9).

11. Freunde kommen an festgesetzten Stunden zusammen, um sich miteinander zu unterhalten, müssen sich aber wieder trennen; allein wenn du willst, brauchst du dich nie von Gott zu trennen: “Du wirst ruhen, und dein Schlaf wird süß sein, denn der Herr ist zu deiner Rechten” (Spr 4). Gott wacht an deiner Seite, wenn du schläfst, Er verläßt dich nicht, Er denkt unausgesetzt an dich, damit wenn du in der Nacht erwachst, Er durch Seine Einsprechungen mit dir reden, von dir einige Akte der Liebe, der Hingabe in Seinen Willen und der Danksagung empfangen könne, und damit Er auf solche Weise Seine süße und liebevolle Unterhaltung mit dir nie unterbreche. Ja, manchmal läßt dich Gott sogar, während du schläfst, Seine Stimme vernehmen, damit, nachdem du erwacht bist, du sogleich Seinen Willen erfüllen könnest: “Im Traum will ich zu ihm reden” (Nm 12,6).

12. Früh Morgens, wenn du erwachst, erwartet dich der Herr, um einige Worte der Liebe und des Vertrauens von dir zu vernehmen, Er wartet, um deine ersten Gedanken und alle Handlungen, die du den Tag über aus Liebe zu Ihm verrichten, um alle Leiden, die du, um Ihn zu verherrlichen, erdulden willst, in Empfang zu nehmen. Aber gleichwie Er alsdann nie ermangelt, Sich einzustellen und dich zu wecken, so darfst auch du nie unterlassen, Ihn sogleich liebevoll anzublicken und dich zu freuen über die fröhliche Nachricht, daß dein Gott nicht mehr, gleich wie zu jener Zeit, da die Sünde dich von Ihm trennte, fern ist, du mußt dich alsbald freudig daran erinnern, daß Er dich liebt, daß Er deine Liebe begehrt, daß Er Selbst dir zuruft: “Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, aus deinem ganzen Herzen” (Nm 6,5).

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


17. Dezember
Kritiker der Utopie

Spaemann wendet sich auch gegen den von der Kritischen Theorie unter dem Stichwort der Herrschaftsfreiheit favorisierten Gedanken der radikalen Vernunftherrschaft, da sie «doch meistens nur die eigene Herrschaft meint». In einem der «10 Kapitel politischer Philosophie» im Buch «Zur Kritik der politischen Utopie» lehnt Spaemann die Emanzipation als Bildungsziel ab. Ihr Modell sei nämlich die «Psychoanalyse Kranker». «Nicht sehen will sie lehren, sondern durchschauen, nicht fragen, sondern ‹hinterfragen›, nicht wissen, sondern besser wissen.»

Aus dem Nachruf des Philosophen Otfried Höffe Wahre Freiheit liegt im Denken – der Philosoph Robert Spaemann ist gestorben in der NZZ.


16. Dezember
Freuen wir uns wirklich auf den Herrn?

Meine Predigt zum heutigen Sonntag Gaudete


16. Dezember
Das Zitat

Die Freude fängt genau in dem Augenblick an, in dem du die Suche nach dem eigenen Glück aufgibst und versuchst, es dem anderen zu schenken.

Fulton Sheen


15. Dezember
Sonntag Gaudete

Morgen feiern wir den Sonntag Gaudete. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Mach hell die Finsternisse unseres Geistes und Lasst alle Menschen eure Güte erfahren.


15. Dezember
Joseph Ludwig Colmar

Vor 200 Jahren, am 15. Dezember 1818, starb in Mainz im Alter von 58 Jahren der aus Straßburg stammende Bischof Joseph Ludwig Colmar. 1802, als Mainz von Frankreich annektiert war, wurde er auf Betreiben des französischen Kultusministers Bischof von Mainz. Über sein Wirken heißt es im Lexikon für Theologie und Kirche (1. Auflage) unter anderem: “In 8 Monaten stellte Colmar die äußere Ordnung her, eröffnete 13.1.1804 das Klerikalseminar und ein bischöfliches Gymnasium, beide unter seinem elsässischen Freund Bruno Liebermann. Auf der Kanzel und auf Visitationsreisen erneuerte er das religiöse Leben von Klerus und Volk, regelte die Liturgie im Geiste der Kirche, stellte den Mainzer Dom wieder her und bewahrte auch den Speyerer Dom vor dem Untergang. Sein apostolischer Eifer und seine Nächstenliebe glänzten besonders im Seuchenjahr 1813/14; auf halbvermodertem Stroh hörte er sterbenden Typhuskranken Beicht...”


14. Dezember
Spaemann und Franziskus: Die fehlende Antwort

In diesem ausführlichen Gespräch mit Silke Arning (45 Minuten Länge) aus dem Jahr 2016 erwähnt Robert Spaemann einen langen Brief, den er an Papst Franziskus geschrieben hatte: Der Papst habe durch seine unklare Ausdrucksweise z.B. in Bezug auf die wiederverheirateten Geschiedenen große Verwirrung und Ratlosigkeit erzeugt. Papst Franziskus antwortete ihm mit einem noch längeren Brief. Darin entfaltete der Papst einige seiner Gesichtspunkte, aber zum größten Teil ging er wie die Katze um den heißen Brei herum. Auf die entscheidenden Punkte ging er nicht ein.
Ansonsten bringt das Interview viele Stationen des Spaemann-Lebens zur Sprache, z.B. seine Kindheit unter der Nazi-Diktatur, sein Studium bei Joachim Ritter, wo es kein philosophisches Tabuthema gab außer Fichte, seine Lehrtätigkeit in Stuttgart, Heidelberg und München u.v.m.

Zum Thema: Spaemann über die wiederverheirateten Geschiedenen


13. Dezember
Unschätzbares geleistet

Wer diese komplizierten Zusammenhänge mit der Hilfe dieses großen Denkers einmal durchdacht hat, der wird das innere Band der gesamten Breite seiner Stellungnahmen zu ethischen und politischen Brennpunkten der neueren Zeit und die innere Logik und Konsequenz seines Einsatzes für die Verteidigung der Unteilbarkeit der Menschenwürde ganz von selbst, mit rein vernünftigen Argumenten und ohne „weltanschauliche“ Dezisionen, nachvollziehen können. Darin hat Spaemann Unschätzbares zur Verteidigung von Humanität und Rationalität in einer der geistigen Orientierung immer mehr entbehrenden Zeit und in einer zutiefst den Quellen ihrer Legitimität entfremdeten politischen und gesellschaftlichen Ordnung geleistet.

Dieses Zitat entstammt der großartigen Würdigung Spaemanns aus der Hand von dessem Schüler Walter Schweidler. Tatsächlich ist es so: So verständlich und klar Spaemann in seinen Aufsätzen zu argumentieren wusste: Die ganze Tiefe vieler Argumente kann man nur ermessen, wenn man sich in die “komplizierten Zusammenhänge” hineingedacht hat, die er in seinen systematischen Werken entfaltete. Da ist außer dem von Schweidler erwähnten Werk “Personen” noch “Glück und Wohlwollen” zu erwähnen. Für jemanden, der sich der Philosophie Spaemanns nähern will, empfehle ich als Einstieg “Moralische Grundbegriffe” und dann “Glück und Wohlwollen”.


12. Dezember
Mensch der Wahrheitsliebe

Mein Nachruf auf Robert Spaemann in der Tagespost.


12. Dezember
Adventszeit ist Wüstenzeit

Meine Predigt vom letzten Sonntag


12. Dezember
Warnung vor dem naturalistischen Fehlschluss

Eine der praktischen Lektionen [von Spaemanns Buch Moralische Grundbegriffe]: eine Warnung vor Surrogaten. Wo „gut“ durch ein anderes Eigenschaftswort bestimmt und dann ersetzt wird, verliert das Gute seine Qualität eines Maßstabs, der von außen herangetragen wird. Beispiele für solche trügerischen, zeitgemäß erscheinenden Definitionen von „gut“ waren „fortschrittlich“ und „emanzipatorisch“.

Patrick Bahners in seiner Spaemann-Würdigung Individualist aus dem Unterholz, FAZ von heute.


11. Dezember
Robert Spaemann

Gestern ist in Stuttgart im Alter von 91 Jahren der Philosoph Robert Spaemann verstorben. Für CNA habe ich einen Nachruf verfasst.


11. Dezember
Alexander Solschenizyn

Vor 100 Jahren, am 11. Dezember 1918, wurde in Kislovodsk der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn geboren. Unter Stalin verbrachte er elf Jahre in Haft, Spezialgefängnissen und Verbannung. Berühmt wurde er durch sein dreibändiges Werk Der Archipel Gulag, in dem er seine Erfahrungen verarbeitete und das den kommunistischen Illusionen im Westen einen vernichtenden Schlag versetzte. 1970 wurde Solschenizyn der Literatur-Nobelpreis verliehen. Er starb am 3. August 2008 in Moskau.


11. Dezember
Remigius Bäumer

Vor 100 Jahren, am 11. Dezember 1918, wurde in Grevelsberg der Kirchenhistoriker Remigius Bäumer geboren. Ab 1968 lehrte er in Paderborn, von 1974 bis 1986 in Freiburg im Breisgau. 1989 wurde er Rektor der Gustav-Siewerth-Akademie. Der Spezialist für Reformationsgeschichte starb am 26. Dezember 1998 in Freiburg.


10. Dezember
Die unentdeckten Seiten von kath-info (27)

An 27. Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen gleich sieben Seiten:

1. Jakob Knab, Der nichts von Bitterkeit wusste;

2. Bernward Deneke, Franziskus interreligiös;

3. Pierre-Marie Bataillon;

4. die Biographien über Franz Joseph Rudigier, Ignatius Choukrallah Maloyan und José Sanchez del Rio;

5. die Biographien über Niklaus Wolf von Rippertschwand, Johannes Ertlin, Felix Ridel und Josef Cai-Tà;

6. die Biographien über Caesar Baronius, Guerricus von Igny, Pietro Sforza Pallavicino und Franz Stadlin;

7. der Bericht von Marlene Frölich über die Kundgebung 1000 Kreuze für das Leben in Münster.


10. Dezember
Die Rolle der Progressisten

Wo liegt die Ursache der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche?
Im Glaubensmangel der sich selbst so titulierenden Progressisten der 1970er Jahre und in der sträflichen Naivität der Verantwortlichen, die aus einem falschen Barmherzigkeitsverständnis und in unmännlicher Konfliktscheu über Missstände hinweggesehen haben – ohne die Konsequenzen zu bedenken. Ich habe als Präfekt der Glaubenskongregation mit den Mitarbeitern weit über tausend dokumentierte Fälle studiert, die die Dramen missbrauchter Personen dokumentierten: lebenslange Traumata, oft mit den Folgen Alkohol, Drogen, Eheunfähigkeit – bis zum Suizid. Nicht die Sexualethik der Kirche oder gar die zölibatäre Lebensform ist verantwortlich für dieses Elend, sondern gerade ihre sträfliche Missachtung.

Aus dem Interview mit Kardinal Gerhard Müller in der Tagespost vom 6. Dezember 2018


9. Dezember
Das Zitat

Jeden Morgen beim Aufwachen und jeden Abend vor dem Schlafengehen soll der Verehrer Mariens drei Ave Maria zu Ehren ihrer unbefleckten Reinheit beten, ihr seine Sinne und alle Gaben seiner Seele darbringen, damit sie sie als einen ihr geweihten Besitz behüte, und sie um die Gnade bitten, an diesem Tag (bzw. in dieser Nacht) nicht der Sünde zu verfallen.

Hl. Leonhard von Porto Maurizio


9. Dezember
Bratislawa

Vor fünf Jahren, am 9. Dezember 2013, haben die slowakischen Bischöfe unter Leitung von Erzbischof Stanislav Zvolensky Bratislawa, die Hauptstadt der Slowakischen Republik, der Muttergottes geweiht.


8. Dezember
Der zweifelnde Johannes

Meine Predigt zum Zweiten Adventssonntag


8. Dezember
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt Zu wem machst du dich selbst? ist auf der Seite Jesus, unser Gott eingebettet, der Podcast Der mündige Christ und die Kirche auf der Seite Göttliches und Menschliches in der Kirche. Die Rezension Wird der Albtraum jemals enden? findet sich bei der Rezension Einmal Kreuzigung und zurück.


7. Dezember
Luise Hensel

Heute vor 200 Jahren, am 7. Dezember 1818, konvertierte die Dichterin Luise Hensel (1798-1876) bei Propst Johannes Ambrosius Taube vom Luthertum zur katholischen Kirche. Die Begegnung mit ihr zwei Jahre zuvor hatte bei Clemens Brentano zu einer inneren Hinwendung zu Gott geführt.


7. Dezember
Kirchliche Selbstzerstörung

Heute vor 50 Jahren, am 7. Dezember 1968, machte Papst Paul VI. in einer Ansprache folgende Aussage: “Die Kirche macht eine Stunde der Unruhe durch. Manche üben sich in Selbstkritik, die man fast Selbstzerstörung nennen könnte. Es ist wie ein innerer Umbruch, den sich niemand nach dem Konzil erwartet hätte.”

Im italienischen Original: “La Chiesa attraversa, oggi, un momento di inquietudine. Taluni si esercitano nell’autocritica, si direbbe perfino nell’autodemolizione. È come un rivolgimento interiore acuto e complesso, che nessuno si sarebbe atteso dopo il Concilio. Si pensava a una fioritura, a un’espansione serena dei concetti maturati nella grande assise conciliare.”

Bis heute hält diese Selbstzerstörung an.


6. Dezember
Die Nebel von Avalon in der Theologie

Vor einigen Jahren hatte ich die Geisteswissenschaftler vor dem Vorwurf des Biologen Ulrich Kutschera in Schutz genommen. Dieser bezeichnete sie abwertend als Verbalwissenschaftler, die sich bloß mit dem beschäftigen, was andere gedacht und geäußert haben. Der Naturwissenschaftler dagegen sei Realwissenschaftler, der es mit der harten Wirklichkeit zu tun habe. Was Kutschera von beiden hält, wird aus seiner Aussage klar: “Das Experiment ist dem Realwissenschaftler der Halt im geistigen Chaos, der Verbalwissenschaftler dagegen rudert in den Nebeln von Avalon, ohne je ein Ufer zu erreichen.”

Damals bedachte ich nicht, dass es Geisteswissenschaftler gibt, die sich in Kutscheras Beschreibung müssten wiedererkennen können. Zu ihnen gehören der katholische Theologe David Tracy und der evangelische Exeget Ulrich Luz. Nach ihnen bezieht sich die Sprache auf keine außersprachliche Wirklichkeit. Theologische Aussagen seien sprachliche Konstruktionen von Wirklichkeit, ihr Gegenstand seien immer andere Sätze, nie die außersprachliche Geschichte. “Es gibt keinen direkten Weg von den bezeichnenden Zeichen und vom Zeichensystem eines Textes zu einer bezeichneten außersprachlichen Wirklichkeit”, so Luz, zitiert von Karl-Heinz Menke in seiner bemerkenswerten Streitschrift Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr? Hinter diesem Konstruktivismus steht der linguistic turn in der Philosophie, den Luz & Co. in die Theologie einschleusen. Er reduziert Philosophie und Theologie auf Sprachanalyse. Luz macht sich Sorgen, dass “unsere deutschsprachige Exegese die Tragweite dieser Wende” nicht erkannt habe.

Von dieser Sorge kann ihn der katholische Exeget Alois Stimpfle ein Stück weit befreien. Er rühmt sich, mit seinem “konstruktionsgeschichtlichen Ansatz” ein Novum in der Bibelwissenschaft zu vertreten. Sein Konstruktivismus hebt weniger auf die Sprache als vielmehr auf ein Phänomen ab, das er mit dem Bild der Brille erklärt: Was wir sehen, ist immer auch das Produkt der Brillen, die wir tragen, so dass gilt: “Ich sehe, was ich glaube.” Er erläutert das am Beispiel der biblischen Erzählung des Gangs Jesu auf dem Wasser (Joh 6, 16-21). Die “frühjüdischen Jesusanhänger sahen, was sie im Rahmen ihrer Konstruktionsbrille glaubten”, und dazu gehörte u.a. der Glaube an den Schöpfergott, dessen Macht durch seinen apokalyptischen Gesandten offenbar wird. Mit anderen Worten: Die Jünger glaubten nicht an Jesus, weil sie seine Wunder sahen, sondern sie “sahen” sie, weil sie glaubten. Was sie sahen, war “ihre Wirklichkeitskonstruktion” auf der Basis ihrer Überzeugungen. “Wir modernen BrillenträgerInnen sehen hingegen blankes Wasser oder das Oster-Kerygma aufstrahlen.”

Vielleicht war es doch gut, dass die Jünger Jesu keine Geisteswissenschaftler waren, die aufgrund ihrer ideologischen Brille in den Nebeln von Avalon auf Wasser gehende Gespenster sahen. Sie waren Realisten genug, um zu wissen, dass ein konstruierter Gottessohn sie nicht retten kann. Im Gegensatz zu den Schriftgelehrten, den Ideologen ihrer Zeit, legten sie die Brille ihrer Voreingenommenheit ab und ließen das nicht antizipierbare Licht des Logos (Joh 1, 9) in sich herein, um mit realistischer Aufrichtigkeit bekennen zu können: “Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit” (Joh 1, 14).

Dieser Beitrag erschien vor zwei Monaten auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost.


5. Dezember
Monatsranking November 2018

Platz Monatsranking November 2018
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 650 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+ 3
2

In-vitro-Fertilisation

+ 1
3

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

- 1
10

Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht

- 2
20

Albert Lang: Der Primat Petri

- 6
30

Recktenwald: Darf man im Katastrophenfall Passagierflugzeuge abschießen?

+ 13
40

C. S. Lewis und Narnia

+ 27
50

Skandalöses im LThK

+ 21
60

Papst Pius XI.

+ 24
100

Gender Mainstreaming

+ 21

Zum Ranking der Vormonate


4. Dezember
Neu im Personenregister:
Benigna Consolata Ferrero, Jean-Paul Sartre


4. Dezember
Wer unterminiert?

Der Primat des Papstes wird von den Schmeichlern und Karrieristen am päpstlichen Hof unterminiert - so sagte es schon der berühmte Theologie Melchior Cano im 16. Jahrhundert

Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Interview mit LifeSiteNews am 21. November.


3. Dezember
Es wird gut sowieso

Warum Mark Forster in einem Falle recht hat: Meine Predigt von gestern.


3. Dezember
Irmgard Schmidt-Sommer

Vor fünf Jahren, am 3. Dezember 2013, starb im Alter von 86 Jahren die aus Dresden stammende Schriftstellerin Dr. Irmgard Schmidt-Sommer. Sie hatte von 1966 bis 1969 bei Ratzinger in Tübingen studiert, war Oblatin der Erzabtei der Missionsbenediktiner von St. Ottilien und hat viel über kirchliche und hagiographische Themen publiziert. Mit der Priesterbruderschaft St. Petrus war sie freundschaftlich verbunden. Einen Tag vor ihrem Tod erschien in den Stuttgarter Nachrichten ein Artikel, in dem die Krebskranke zitiert wird: “Ich weiß, dass ich sterben werde. Trotzdem muss ich nicht immer traurig sein. Hier [im Stuttgarter Marienhospital] wird auch mal gelacht.“


2. Dezember
Kruips abenteuerliche Theologie

Auf CNA habe ich ein prüfendes Auge auf die Argumentation von Gerhard Kruip in seiner Polemik gegen Kardinal Müller geworfen und dabei Abenteuerliches entdeckt.


2. Dezember
Die unentdeckten Seiten von kath-info (25)

An 25. Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen zwei Seiten: die Biographien über Ezechiel Moreno, Julian Maunoir und Melchior Garcia Sampedro OP und die Biographien über Candidus Sierro, Petrus Claver und Peter Donders.


1. Dezember
Das Zitat

Immer wieder schärfe ich euch ein, Vertrauen zu haben, denn nichts braucht eine Seele zu fürchten, die auf ihren Herrn vertraut und in Ihn all ihre Hoffnung setzt. Aber auch der Feind unseres Heils streicht immer um uns herum, um unserem Herzen den Anker zu entreißen, der uns zur Rettung führen soll, ich meine das Vertrauen in Gott, unseren Vater. Wir müssen diesen Anker ganz, ganz fest halten und dürfen niemals zulassen, dass er uns auch nur einen Augenblick lang verlässt, sonst wäre alles verloren.

Hl. Pater Pio von Pietrelcina


1. Dezember
Thietmar von Merseburg

Vor 1000 Jahren, am 1. Dezember 1018, starb im Alter von 43 Jahren der Geschichtsschreiber Thietmar von Merseburg. 1004 zum Priester geweiht, wurde er 1009 Bischof von Merseburg. Seine Chronik umfasst acht Bände und gilt als eine der wichtigsten Quellen für die Ottonenzeit.


30. November
Zwischen Heuchelei und Marketing

Mein neuester Podcast widmet sich dieses Mal keinem spektakulären Thema. Dennoch hoffe ich, dass er interessant ist, zumindest für jene, die Lust an der Erkenntnis haben. Er zeigt übrigens auch, wie nützlich die Wertethik sein kann, die Dietrich von Hildebrand gelehrt hat.


30. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurde der hervorragende Artikel von Ulrich Filler Die Geisterdebatte untergebracht. Der Kurzbeitrag Interkommunion als Rückschritt findet sich auf der Ökumeneseite. Die Predigt über die Frage, welche Freiheit uns Christus geschenkt hat, ist auf der Rezensionsseite zu Pinckaes Buch Christus und das Glück eingebettet.


29. November
Anthony Sumich

Vor zehn Jahren, am 29. November 2008, wurde Anthony Sumich in Auckland von John Meeking, dem emeritierten Bischof von Christchurch, zum Priester geweiht. Der Neuseeländer kroatischer Abstammung gehört zur Petrusbruderschaft und wirkte einige Jahre in Nigeria.


29. November
Heinrich Frauenlob

Vor 700 Jahren, am 29. November 1318 starb in Mainz Heinrich Frauenlob, einer der bedeutendsten Dichter des 14. Jahrhunderts. Sein Vorbild war Konrad von Würzburg, sein Gönner der Erzbischof von Mainz Peter von Aspelt.


29. November
Balduin Schwarz

Vor 25 Jahren, am 25. November 1993, starb in Ainring bei Salzburg im Alter von 91 Jahren der Philosoph Balduin Schwarz. Er war ein Schüler Dietrichs von Hildebrand. Habilitiert hatte er sich bei Peter Wust.


28. November
Vorbereitung auf die Todesstunde

Der November ist die Zeit, in der wir des Todes gedenken sollen. Wie wir uns jetzt schon auf unseren eigenen Tod vorbereiten sollen, lehrt uns der hl. Alfons Maria von Liguori in zwei Gebeten.


28. November
Colin Lindsay

Vor 150 Jahren, am 28. November 1868, wurde der Anglikaner Colin Lindsay (1819-1892), der Gründer der Manchester Church Society, vom seligen John Henry Newman in die katholische Kirche aufgenommen.


27. November
Gespür für die Herausforderungen

“Je länger ich mich mit dem Werk befasse, desto aktueller empfinde ich die Grundaussage von Joseph Ratzinger, der schon vor 50 Jahren mit seiner “Einführung in das Christentum” ein ganz feines Gespür für die Herausforderungen von Glaube in unserer Gegenwart hatte. Deswegen denke ich auch, dass die Studenten Recht haben, die zu mir kommen und sagen, sie möchten gerne eine Arbeit über einen Aspekt im Denken von Joseph Ratzinger schreiben. Wohlgemerkt, es handelt sich um Studenten aus ganz unterschiedlichen Kulturen. Ich hatte im vergangenen Jahr jemanden aus Polen, es gab auch schon jemanden aus Indien.”

Die in Wien lehrende Theologin Marianne Schlosser im Interview mit Mario Galgano, in der Neuen Bildpost vom 24./25. November 2018. Sie wurde dieses Jahr von der Stiftung “Joseph Ratzinger - Benedikt XVI.” mit dem Ratzinger-Preis ausgezeichnet.


26. November
Unfehlbares Konklave?

In diesem Artikel versuche ich, ein paar katholische, hoffentlich hilfreiche Prinzipien für einen nüchternen Umgang mit der derzeitigen kirchlichen Situation an die Hand zu geben.


26. November
Willkommenskultur

Intuitiv mag es schwer fallen, zu erfassen, dass unser aller Leben mit der Vereinigung von Samen- und Eizelle beginnt. Aber wir alle haben nun einmal unser Leben als Embryo begonnen und wurden von unseren Eltern schon vor der Geburt willkommen geheißen. Nur so konnten wir das Licht der Welt erblicken. Daher sollte es in einer solidarischen Gesellschaft eigentlich selbstverständlich sein, dass auch wir unsere Mitmenschen schon als Embryo, vom ersten Tag ihres Lebens an, mit einem herzlichen „One of Us“ begrüßen.

Aus: Professor Christoph von Ritter, Plädoyer für eine solidarische Willkommenskultur, in: Tagespost vom 22. November

Zum Thema: Der Hör-Erleben des ungeborenen Kindes


25. November
Die Frankfurter Schule und das jüngste Gericht

Meine Predigt von heute.


25. November
Was ist die bischöfliche Aufgabe?

Und vielleicht auch davon [wird der Papst überrascht sein], dass Diözesanbischöfe selbst nach jahrzehntelanger Vorlaufzeit nicht in der Lage sind, sie aus eigener Kompetenz theologisch trittsicher zu beantworten. Genau das wäre bischöfliche Aufgabe: ebenso geduldig wie verstehbar zu erklären, warum die Kirche für ihre Priester an der Lebensform Jesu festhält, warum sie sich nicht in der Lage sieht, Frauen die sakramentale Weihe zu spenden, warum der berechtigte Wunsch nach der Eucharistie als Quelle, Mitte und Höhepunkt kirchlichen Lebens beantwortet werden könnte durch einen Gebetssturm um Priesterberufungen, durch eine Intensivierung der Anbetung und der eucharistischen Frömmigkeit.

Aus: Stephan Baier, Ein “Schwarzer Peter” für den Papst, in: Tagepost vom 22. November 2018. Es geht in diesem Artikel um die Entscheidung des Bischofs von Linz, die umstrittenen Wünsche seiner Diözesanen an den Papst weiterzuleiten, statt sie als Bischof im Sinne der Kirche zu beantworten.

Kardinal Ratzinger über die Aufgabe der Bischöfe


24. November
Apokalyptischer Sonntag

Morgen feiern wir den letzten Sonntag nach Pfingsten. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Trotz Apokalypse ein Gott des Friedens? und Der Macht der Finsternis entrissen.


24. November
Japanische Märtyrer

Vor zehn Jahren, am 24. November 2008, wurden in Nagasaki 188 japanische Märtyrer seliggesprochen. Sie wurden zwischen 1603 und 1639 wegen ihres Glaubens ermordet, viele von ihnen nach grausamer Folterung. Unter ihnen waren auch Frauen und Kinder, 18 von ihnen waren jünger als fünf Jahre.


23. November
Resonanz

Mein doch sehr spezieller Aufsatz über den philosophischen Missbrauch, den Striet mit Kant verübt, ist auf überraschend große und positive Resonanz gestoßen, sowohl von philosophischer wie auch nichtphilosophischer Seite. Das freut mich sehr!
Ein Wermutstropfen, der auch öffentlich kritisiert wurde, ist die mangelhafte Darstellung der Umlaute auf vielen (nicht allen) Bildschirmen. Wie mir CNA versicherte, arbeitet man an einer Lösung dieses technischen Problems.


23. November
Gender Mainstreaming (50)

Die Fachgesellschaft Geschlechterstudien – der akademische Zusammenschluss aller, die an deutschen Hochschulen in den Gender Studies arbeiten – versteht das eigene Tun beispielsweise als wissenschaftlichen Ausdruck einer dem „Nichtanerkannten und Prekären verpflichteten Gesellschaft“. Die geistige Offenheit und kritische Distanz, die mit dieser Formel suggeriert werden, sind eine Farce: im Gender-Clan herrscht kein Dialog zwischen widerstreitenden Standpunkten, sondern einzig ein Judith-Butler-Monolog. Und der verhält sich – wie die Vordenkerin – bemerkenswert still, wenn es um die Entwürdigung, Misshandlung und Entrechtung von Frauen weltweit geht.

Aus: Vojin Saša Vukadinović, Butler erhebt "Rassismus"-Vorwurf, in: EMMA. Der Artikel stammt zwar vom 28. Juni 2017, hat aber bleibende Bedeutung, weil er aufzeigt, wie durch Judith Butlers Gendertheorien das eigentliche Anliegen der Frauenbewegung verraten wird. Sehr lesenswert!

Weitere Infos zum Thema


22. November
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

65. Folge

So ist der Heilige Geist in sich selbst, nicht bloß in seinen Gaben, obgleich unter Voraussetzung und mit Einschluß derselben - denn nur durch solche kann er mit uns verbunden werden, nur durch solche können wir ihn besitzen und genießen -, in vollster Wahrheit ein "donum increatum et hypostaticum"; so ist diese Eigenschaft für ihn eine wahre Eigentümlichkeit, durch die er sich von den andern Personen unterscheidet, obgleich seine Schenkbarkeit darin wurzelt, daß er eben das Pfand und die Gabe in der ewigen Liebe zwischen Vater und Sohn ist.

Ebenso ist er in dieser Eigenschaft in Wahrheit und in besonderer Weise der Paraklet, als welchen ihn der Sohn Gottes verheißen, als welchen die Kirche ihn so zärtlich verehrt. Alles, was Gott uns gegeben, gibt er uns zum Troste, damit wir uns daran freuen, erquicken und in unserem Elende trösten. Was tröstet uns aber mehr als das Bewußtsein, daß wir von Gott mit väterlicher Liebe im Heiligen Geiste geliebt werden, und als der Besitz derjenigen Gaben, in denen sich diese väterliche Liebe uns mitteilt? Sie teilt sich uns mit, erstens, indem sie den Heiligen Geist als die Quelle der kindlichen Liebe zum Vater in uns ausgießt, zweitens aber, und noch mehr, indem sie uns den eigenen Geist des Vaters zum Besitze schenkt. Folglich ist der Heilige Geist in seiner Person kraft seines Ursprungs ebenso wahrhaft und eigentümlich Paraklet, wie er kraft desselben das Pfand der Liebe zwischen Vater und Sohn und das "donum hypostaticum" ist.

Nicht minder wird der Sohn unserer Seele gegenwärtig als das, was er in seiner Person ist, als der Abglanz und das Ebenbild der Herrlichkeit des Vaters, von dem er ausgeht. Kraft seines Ausganges ist er der vollkommene, adäquate Abdruck seines Vaters; als solcher wird er der begnadeten Seele im innersten Grunde ihres Wesens dargeboten und dargestellt zum Besitze und Genusse, damit wir in ihm und durch ihn die Herrlichkeit des Vaters erkennen und genießen. Das Wesen des Vaters und die in ihm liegende Herrlichkeit brauchen wir nicht erst durch den Sohn zu erfassen. Aber der Vater als Vater und die Herrlichkeit, die er als solcher hat, tritt uns nur nahe im Sohne und durch den Sohn. Daher sagen die Theologen nicht nur mit Appropriation, sondern auch mit vollkommener Proprietät, daß wir Gott auf eine ganz vorzügliche Weise "in Verbo", in dem Ausdruck seiner eigenen Erkenntnis, erkennen, wie wir ihn in dem Ausflusse seiner eigenen Liebe, im Heiligen Geiste, liebend umfangen. Und ist das nicht in der großartigsten Weise ausgesprochen in den Worten des Apostels (2 Kor 4, 6): “Gott, der durch sein Wort aus den Finsternissen Licht hervorglänzen ließ, er selbst ist in unsern Herzen aufgeleuchtet zur hellen Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesichte Christi Jesu.” [60]

Anmerkungen:

[60] Zunächst spricht hier der Apostel vom Sohne, wie er uns in der Inkarnation entgegentritt. Aber durch den Menschensohn strahlt die Herrlichkeit Gottes doch eigentlich nur insofern in unser Herz, als wir ihn durch den Glauben als Sohn Gottes und so in ihm den Vater erkennen und besitzen.

Wird fortgesetzt


21. November
Noch nie so wichtig!

Zu behaupten, der Zölibat sei im Mittelalter ausschließlich aus ökonomischen Gründen eingeführt worden, entbehrt jeder historischen Vernunft. Grundlage, ich wiederhole es, ist die Lebensform Jesu und der Apostel; ein Charisma, das auf die anbrechende Gottesherrschaft verweist. Und jeder Priesteramtskandidat weiß, dass die Kirche die freiwillige Annahme dieser Lebensform als Berufung zur Christusnachfolge zum Kriterium der Berufung in den geistlichen Dienst gemacht hat. Und jeder Weihekandidat bekundet ausdrücklich diese Freiwilligkeit. Dass diese Lebensform in einer übersexualisierten Gesellschaft ein Skandalon darstellt und deshalb angefochten, verlacht und bespuckt wird, ist noch lange kein Grund, von dieser biblisch begründeten Tradition abzugehen. Vielleicht war sie noch nie so wichtig wie heute!

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt am 31. Oktober 2018 zum Wolfgangsfest in der Basilika St. Emmeram zu Regensburg.

Weitere Infos zum Thema


21. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (24)

An 24. Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) steht die Seite mit den Biographien über Hermann Döring, Prosper Delpech und Joseph Tieffentaller.


20. November
Der missbrauchte Kant

In einem Aufsatz für CNA setze ich mich mit dem Freiburger Theologieprofessor Magnus Striet auseinander, der Ratzinger unter Berufung auf Kant vorwirft, die Moderne nicht zu verstehen, sich dabei aber selber eine mehr als fragwürdige Kantinterpretation leistet.


20. November
Kirche als Wunscherfüller

Die katholische Kirche ist kein Supermarkt. Sie wird und darf nie die “Wünsche der Kunden” erfüllen. Unsere katholische Kirche fordert den Respekt vor allen Menschen - und zugleich den Respekt vor unserem Herrn und dem, der uns erschaffen hat! Wer danach trachtet, die Wünsche der “Kunden” zu erfüllen, läuft in die Irre! Die heilige Kirche verlangt von den Gläubigen etwas: Armut, Gehorsam unter dem Willen Gottes, Ausrichtung auf sein Reich, Bereitschaft, die Armen und Nicht-Gläubigen zu ihm zu führen.

Aus: Msgr. Joachim Schroedel, Kirche und Kirchen..., in: Vatican-Magazin Juni/Juli 2018, S. 64


19. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Diese zwei Artikel wurden auf einer je eigenen Seite untergebracht: Freiheit und Unterwerfung von Jacques Philippe und Was ist geistliche Stärke? Eine Relecture von Hildegard von Bingen, von Barbara Stühlmeyer. Meine Predigt über der Tröstung Überfülle finden Sie nun eingebettet bei dem wunderschönen Text Urs Keuschs über “eine Jungfrau namens Barmherzigkeit”.


19. November
Die Zukunft der Kirche

Ein Tweet von Weihbischof Richard Umbers von Sydney.


18. November
Das Senfkorn des hl. Josef Cottolengo

Meine Predigt von heute


18. November
Zacharias Werner

Vor 250 Jahren, am 18. November 1768, wurde in Königsberg der Dramatiker Zacharias Werner geboren. 1810 konvertierte er zum katholischen Glauben und empfing 1814 die Priesterweihe.


17. November
Die Vögel des Himmels

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den 6. nachgeholten Sonntag nach Erscheinung. In meiner Predigt erkläre ich, wie wir zu einem Baum werden können, in dem die Vögel des Himmels wohnen.


17. November
Thomas Specht

Vor 100 Jahren, am 17. November 1918, starb in München im Alter von 71 Jahren der aus Türkheim stammende Theologe Thomas Specht. Von 1887 bis 1915 war er Professor für Dogmatik und Apologetik in Dillingen. Er “stellte in Vortrag und Schrift die katholische Lehre am Anschluss an das scholastisch-thomistische Gedankengut in vorbildlicher Klarheit und Ruhe des Urteils, in scharfer Formulierung und sorgfältiger Begründung dar” (LThK, 1. Auflage).


16. November
Warum Häretiker exkommuniziert sind

Mein neuester Podcast über die Kostbarkeit des Glaubens und seine Rolle in der Kirchenkrise.


16. November
Vigano und das Päpstliche Geheimnis

"Die Übel, die er angeprangert hat, sind von schwerwiegendster Natur", antwortete er, und wenn sie wahr sind, "war er im Gewissen verpflichtet", so zu handeln, wie er es tat. "Das Gesetz Gottes in diesen Angelegenheiten ist höher als zum Beispiel das päpstliche Geheimnis."
"Wir sollten alles, was er gesagt hat, sehr ernst nehmen", da Vigano bekräftigt , dass er Beweise hat. "Anders zu handeln heißt fahrlässig zu sein." "Ich glaube nicht, dass es Zweifel gibt", dass er dies zum Wohl der Kirche getan hat. Kardinal Burke bezeichnete den umkämpften ehemaligen Nuntius als "eine Person der größten Integrität" und verwies auf die Anzahl der US-Bischöfe, die für Vigano Erklärungen abgegeben haben.

Aus einem Interview, das Peggy Moen von The Wanderer mit Raymund Kardinal Burke geführt hat. Kardinal Burke war früher Präfekt der Apostolischen Signatur, also des Obersten Gerichtshofes des Heiligen Stuhles.


15. November
Ein Geschenk des Himmels

Bald beginnt die Adventszeit: ein Anlass, an das schöne, bebilderte Büchlein von P. Martin Ramm Ein Geschenk des Himmels zu erinnern, durch welches Kinder in das Geheimnis der Advents- und Weihnachtszeit eingeführt werden.
Bestellen Sie es bei der Petrusbruderschaft: für sich selbst, für Ihre Kinder, Großkinder, Nichten, Neffen, für die Kinderarbeit in der Pfarrei, in der Schule, in Kindergruppen, zum Weiterverschenken. Ein Beitrag zur Neuevangelisierung, die bei den Kindern beginnt.


15. November
Eduard Müller

Vor 200 Jahren, am 15. November 1818, wurde im schlesischen Quilitz der Priester und Politker Eduard Müller geboren. Von 1852 bis 1891 war er Missionsvikar in Berlin, von 1873 bis 1891 Zentrumsabgeordneter. Er war “sehr erfolgreich für die katholische Diaspora in Brandenburg und Pommern und besonders für das katholische Vereins- und Krankenwesen in Berlin tätig” (LThK, 1. Auflage). Am 6. Januar 1895 starb er in Neisse.


14. November
Gefährliche Parallelgesellschaft?

Von P. Engelbert Recktenwald

Kürzlich hörte ich im Radio eine Dokumentation über das Wachsen der evangelikalen Freikirchen in Frankreich. Als Kritiker kam ein französischer Theologieprofessor zu Wort. Er warnte vor diesen Freikirchen: Sie könnten sich zu Parallelgesellschaften entwickeln, die eine größere Gefahr darstellten als der Islamismus! Nach all den islamistischen Terroranschlägen, von denen Frankreich in letzter Zeit erschüttert wurde, fragt man sich verwundert, welche Gefahr er wohl meint. Aber als einzige Kritikpunkte erwähnte er die “erzkonservativen Ansichten” dieser Freikirchen in Sachen Familie und Sexualität: Sie hielten Scheidung und homosexuelle Handlungen für Sünde.

Eigentlich bin ich beleidigt, dass dieser Kritiker die katholische Kirche übergangen hat. Wenn solche Ansichten genügen, um vor einer gefährlichen Parallelgesellschaft zu warnen, dann hat auch die katholische Kirche solche Kritik verdient. Und darauf sollte sie stolz sein! Voller Selbstbewusstsein sollte sie eine Gegenkultur verkörpern, die sich an den Geboten Gottes orientiert und den Kontrast zur permissiven Mainstreamkultur nicht nur nicht leugnet oder bloß schmerzhaft erträgt, sondern ihn geradezu genießt und sich seiner rühmt nach dem Vorbild der Urchristen, die sich verstanden als “Gotteskinder ohne Makel mitten in einem verdrehten und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr leuchtet wie Sterne im Weltall” (Phil. 2, 15).

Genau dieses Programm der Entwicklung einer bewussten Gegenkultur ist der Weg, der als Überlebensstrategie des christlichen Glaubens in einem Buch vorgeschlagen wird, das in Amerika für große Aufregung gesorgt hat und jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt. Rod Dreher, der Autor, nennt diese Strategie die “Benedikt-Option”. Sein Vorbild ist der hl. Benedikt, der es uns vorgemacht hat, wie man kreative Wege geht, den christlichen Glauben selbstbewusst und gegenkulturell zu leben.

Natürlich wurde dieses Buch kritisiert, besonders von Theologen; kein Wunder, sind es doch gerade Theologen, die uns seit fünf Jahrzehnten mit der gegenteiligen Strategie einer möglichst großen Anpassung an die Welt beglücken. Das Ergebnis können wir heute sehen: eine Kirche, die, weil sie selber ihre Lehre nicht mehr ernst nimmt, auch von der Welt nicht mehr ernst genommen wird, nicht einmal mehr als gefährliche Parallelgesellschaft.

Dieser Text erschien zuerst auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost.
Ein Kapitel aus dem erwähnten Buch finden Sie hier auf kath-info.


13. November
Synodalität als Flucht aus dem Amt

Nach langer Zeit habe ich auf meinem youtube-Kanal mal wieder ein Video veröffentlicht, nämlich das äußerst interessante Statement Reinhild Rösslers zur Jugendsynode, die vom 3. bis 28. Oktober 2018 in Rom stattfand. Wenn Papst Franziskus als Losung ausgegeben hat, auf die Jugend zu hören, dann sollte auch eine solche Stimme gehört werden, die repräsentativ sein dürfte für jenen Teil der katholischen Jugend, die die Kirche ernst nimmt und von ihr Orientierung erwartet. Reinhild Rössler, eine junge Katholikin, die sich vielfach engagiert, z.B. in der Initiative Pontifex (der früheren Generation Benedikt), beobachtet sehr scharf, dass der Aspekt der Synodalität für manchen Bischof als Ausfluchtsmöglichkeit aus seinem Amt als Lehrer genutzt werden kann. Doch hören Sie selbst!


13. November
Crispinus von Viterbo

Vor 350 Jahren, am 13. November 1668, wurde in Viterbo der Kapuzinerbruder Crispinus von Viterbo geboren. In verschiedenen Klöstern arbeitete er Koch, Gärtner oder Krankenwärter. In Rom, wo er seine beiden letzten Lebensjahre verbrachte, wurde der einfache Bruder zur “Zuflucht der Hilfsbedürftigen und Berater höchster Persönlichkeiten” (LThK, 1. Auflage). Er starb am 19. Mai 1750. 1806 wurde er selig-, 1982 heiliggesprochen.


12. November
Finger weg vom Unkraut!

Warum wir das Unkraut wachsen lassen sollen. Meine Predigt zum 5. nachgeholten Sonntag nach Erscheinung.


12. November
Theologische Orientierungshilfe

Prof. Dr. Georg Mays Verdienst ist es jetzt, eine klare Trennlinie gezogen zu haben. Er bietet uns eine umfangreiche, verlässliche und wesentliche Orientierungshilfe nicht nur dann, wenn wir uns spezifischen Glaubensfragen ausgesetzt sehen, sondern er schärft damit unser Gewissen, in dem wir der Kirche gegenüber verpflichtet sind. In einem Vorsatz zu „300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie“ wird aus einem Brief Papst Benedikts XVI. an den Verfasser zitiert: „Ich möchte Dir … herzlich danken für die Klarheit, mit der Du immer zur katholischen Glaubenslehre gestanden bist und Dich öffentlich eingesetzt hast (7. März 2014).“

Aus: Hannes Kirmse, Georg May zieht klare Trennlinien zwischen Wahrheit und Unwahrheit, in: FELS, November 2018. Es handelt sich um eine Besprechung des empfehlenswerten Buchs von Georg May 300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie: Abriss und Aufbau, Sarto-Verlag 2017, 1118 Seiten.

Weitere Infos über Georg May

Das Vorstellungsvideo von Martin Lohmann zum Buch


11. November
Das Zitat

Der Tod, den die Menschen fürchten, ist die Trennung der Seele vom Körper. Den Tod aber, den die Menschen nicht fürchten, ist die Trennung von Gott.

Hl. Augustinus


11. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (20)

An zwanzigster Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen wieder vier Beiträge:

1. die Biographien über Arnold Janssen und Franz Pfanner;

2. der Beitrag über das neue Missionsverständnis etwa der Steyler, aufgrund dessen das Taufen der Indianer als Ausdruck des europäischen Kulturimperialismus gedeutet wird;

3. die Rezension des Jugendromans “Erwachen”, der so lesenswert ist, dass er eine größere Aufmerksamkeit verdient;

4. die fünfte Seite des großen Werks Spillmanns über die Titus-Oates-Verschwörung, des letzten Kapitels aus der traurigen Geschichte der anglikanischen Katholikenverfolgung.


10. November
Das Unkraut wachsen lassen!

Morgen ist nach dem alten Kalender der fünfte nachgeholte Sonntag nach Erscheinung. Hier meine Predigt dazu.


10. November
François Couperin

Vor 350 Jahren, am 10. November 1668, wurde in Paris der Komponist Francois Couperin geboren. Er komponierte geistliche und weltliche Vokalmusik, Kammermusik und Cembalowerke. “Sein Verdienst liegt besonders in der Verschmelzung des italienischen und französischen Stils seiner Zeit” (LThK, 3. Auflage). Er starb am 11. September 1733 in Paris.


9. November
UNO gegen das Leben

Von einem “Schlag gegen das Recht auf Leben”, der in der Öffentlichkeit fast unbemerkt blieb, berichtet Andreas Thonhauser in der Tagespost: Am 30. Oktober verabschiedete der UN-Menschenrechtsausschuss den “General Comment 36", der bestimmt, dass das Recht der Frau auf Selbstbestimmung nicht durch das Recht des Ungeborenen auf Leben beschränkt werden dürfe. Das Recht von Ärzten und Krankenschwestern, sich nicht an Abtreibungen zu beteiligen, wird als “Hürde” klassifiziert.

Weitere Infos zum Thema Abtreibung


8. November
Nach der Missbrauchskatastrophe: Vision und Wirklichkeit

"Man stelle sich vor, die in den Missbrauchsskandal verwickelten Bischöfe und Kardinäle würden umkehren, eine Bußbewegung anführen und dem gläubigen Volk mit Beten und Fasten vorausgehen. Man stelle sich vor, Bischöfe würden ihre Macht benützen, um die Kirche zu reinigen, wohlwissend, dass sie sich damit auf einen Kreuzweg begeben. In Ninive wurde vom König bis zum Vieh Buße getan, und Gott verschonte die Stadt. Welch ein Zeugnis wäre das für die Welt! Nur so könnte die Kirche wieder moralische Autorität gewinnen. Mea culpa, mea culpa, mea culpa! Wahrscheinlicher als Umkehr und Buße ist, dass die Reinigung der Kirche durch Verfolgung stattfinden wird.”

Aus: Gabriele Kuby, Zeit zur Umkehr, in: PUR-Magazin, November 2018, S.7. Eine etwas andere Perspektive nimmt Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen ein. Er fordert als Reaktion auf die Missbrauchsstudie deutliche Veränderungen in der Kirche in Richtung Machtkontrolle und Machtteilhabe und bringt als Beispiel für den Mut, den die Bischöfe bewiesen hätten, die Ermöglichung von “Gemeindereferentinnen mit Koordinierungsaufgaben” (Achtung: Der Link funktioniert nicht, weil sich das "ü" (in "bistümer") in der URL automatisch umwandelt. Wenn Sie es manuell zurückverwandeln, kommten Sie zum Interview vom Domradio mit dem Bischof).


8. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zitat Leben und Lehre aus der Amoris-Laetitia-Analyse von Weihbischof Marian Eleganti habe ich beim Spaemann-Aufsatz über wiederverheiratete Geschiedene unterbracht. Meine Predigt “Demut vertreibt den Teufel” habe ich auf der Exorzistenseite, die Predigt über die “Austreibung des stummen Teufels” auf der Schöpfungsseite eingebettet.


7. November
Aktion für Asia Bibi

Das katholische Hilfswerk missio hat eine Briefaktion für die vom Tode bedrohte pakistanische Christin Asia Bibi gestartet.

Bitte schließen Sie sich der Aktion an und schreiben Sie eine Mail an die Kanzlerin und jeweils einen Brief an den Botschafter Pakistans und an die Außenbeauftrage der Europäischen Union.

Die Briefvorlagen können Sie bei missio herunterladen.


7. November
Petrusbruderschaft: Beginn in Tschechien

Bischof Vlastimil Kročil von Budweis hat die Priesterbruderschaft St. Petrus in seine Diözese eingeladen, um die Seelsorge all jener in Südböhmen zu übernehmen, die sich dem alten Ritus nahe fühlen. Die Petrusbruderschaft ernannte für diese Aufgabe P. Jakub Zentner FSSP. Dieser wird in Římov wohnen. Římov (Řimau) liegt 15 km südlich von Budweis und ist ein barockes Nationalkulturdenkmal und ein eindrucksvoller Wallfahrtsort mit einem sechs Kilometer langen Passionsweg, auf dem in 25 Kapellen das Leiden des Herrn vom Letzten Abendmahl bis zur Grablegung nachgestellt ist. P. Zentner wird die Sonntagsmesse um 10:30 Uhr in der gotischen Kirche Maria Opferung im historischen Stadtkern von Budweis feiern.


5. November
George Weigel über die Jugendsynode

"Und noch einen zweiten Punkt hat bisher nur Weigel so prominent hervorgehoben: Die faktische damnatio memoriae von Papst Johannes Paul II. durch die völlige Nicht-Erwähnung von dessen Person und Lehre. Kein Papst der Neuzeit habe so sehr die Jugendlichen angesprochen wie der Pole, keiner habe sich auch so umfassen für eine moderne katholische „Theologie des Leibes“ eingesetzt wie Karol Wojtyła – doch im Schlußdokument der doch eigentlich diesem Thema gewidmeten Synode komme Johannes Paul II. überhaupt nicht vor. Ebenso wenig wie in anderen Dokumenten dieses Pontifikats, das anscheinend davon ausgehe, die Kirche unter dem Einfluß eines neuartigen Geistes der Unterscheidung und der Offenheit völlig neu schaffen zu können – losgelöst nicht nur von der Tradition, sondern auch von der Heiligen Schrift, wie Weigel unter Verweis auf die unsäglichen Thesen des Papstanbeters Rosica befürchtet."

Aus dem Bericht von Summorum Pontificum über die kritischen Analysen der Jugendsynode durch Erzbischof Anthony Fisher von Sydney und George Weigel.


5. November
Clemenskirche

Vor 300 Jahren, am 5. November 1718, wurde in Hannover die Kirche St. Clemens eingeweiht. Sie ist die erste Kirche, die nach der Reformation in Hannover erbaut wurde.
1532/33 war in Hannover die Reformation eingeführt worden. Die katholische Religionsausübung wurde vollständig verboten. 1588 wurde den Katholiken sogar das Wohnrecht in der Altstadt entzogen. Das änderte sich erst, als 1665 Herzog Johann Friedrich von Calenberg (1625-1679) an die Regierung kam. Er war nämlich 1651 in Assisi zur katholischen Kirche konvertiert. An Weihnachten 1665 wurde in Hannover zum ersten Mal wieder seit der Reformation eine hl. Messe gefeiert, und zwar in der Schlosskirche. Johann Friedrich holte 1668 Kapuziner nach Hannover, später auch den seligen Niels Stensen (1638-1686), der 1667 konvertierte. Doch alle mussten 1680 nach dem Tod des Herzogs Hannover wieder verlassen. Herzog Ernst August (1679-1698), der jüngere Bruder Johann Friedrichs, verbot wieder die hl. Messe in der Schlosskirche, erlaubte allerdings aus politischen Gründen, nämlich um vom Kaiser die Kurwürde zu erlangen, die katholische Seelsorge durch Hildesheimer Jesuiten und sagte den Bau einer katholischen Kirche zu. Der wurde aber immer wieder hinausgezögert. Unter seiner Regentschaft kam es 1690 lediglich zur Errichtung einer katholischen Kapelle.
Es ist Agostino Steffani (1654-1728), schon unter Ernst August Hofkapellmeister, seit 1709 Apostolischer Vikar für Ober- und Niedersachsen, der den Kirchenbau gegen den Widerstand vieler Protestanten einschließlich des Kurfürsten energisch vorantrieb und 1711 Tommasio Gusti, seit 1693 Hofmaler des Kurfürsten, damit beauftragte. Der Nachfolger Ernst Augusts, Kurfürst Georg Ludwig (1698-1727), betrieb eine katholikenfeindliche Politik und vertrieb nach dem Tod Steffanis den Apostolischen Vikar aus Hannover.
Die Kirche wurde dem hl. Clemens geweiht, weil Papst Clemens XI. (1700-1721) sich sehr für den Bau eingesetzt und seine Finanzierung durch Bettelbriefe ermöglicht hatte.
Leo XIII. erhob 1894 St. Clemens zur Propsteikirche, Johannes Paul II. 1998 zur Basilika Minor.
Gestern wurde das 300-Jahres-Gedächtnis feierlich mit einem Hochamt begangen, das Bischof Heiner Wilmer zelebrierte.
Die St. Clemens-Basilika ist auch die Kirche, in der die Petrusbruderschaft jeden Sonntag um 15.30 Uhr ihr Hochamt feiern darf.


4. November
Jesus rettet

Egal ob im Boot oder ob außerhalb des Bootes: Wo Jesus ist, da ist Halt und Rettung. Meine Predigt von heute zu Mt. 8, 23-27.


4. November
Das Zitat

Prediger 12, 1: “Gedenke deines Schöpfers in den Tagen deiner Jugend, bevor die Zeit der Drangsal kommt und die Jahre nahen, von denen du sagen mußt: Sie gefallen mir nicht.”
Dazu die Auslegung der hl. Hildegard von Bingen. Es spricht Gott:
“Was heißt das? Erinnere dich in verständiger Gesinnung dessen, der dich geschaffen hat, wenn du nämlich in den Tagen falschen Selbstvertrauens gleichsam glaubst, es sei dir möglich, hinzugehen, wohin du wünschst, dich in die Höhe zu erheben und dich in die Tiefe zu stürzen, im Glück zu stehen und in der Drangsal zu fallen.....
Deshalb, o Mensch, umarme Gott so im Licht deiner Lebenskraft, bevor die Stunde der Läuterung deiner Werke kommt, da alles offenbar und nichts übersehen wird. Dann eilt die Zeit herbei, die nicht abgekürzt wird, von der du nach deinem menschlichen Empfinden insgeheim stammelst und sagst: "Dieser Lebenswandel, von dem ich nicht weiß, ob er zum Glück oder Unglück führt, gefällt mir nicht." Denn das menschliche Herz ist immer im Zweifel, weil es, während es Gutes tut, Not hat, ob es Gott gefällt oder nicht; und während es Böses begeht, fürchtet es für das Heil der Vergebung...”

Heilige Hildegard von Bingen


4. November
René Girard

Vor drei Jahren, am 4. November 2015, starb im kalifornischen Stanford im Alter von 91 Jahren der aus Avignon stammende Religionsphilosoph René Girard.


3. November
Der Sturm auf dem See

Morgen feiern wir im alten Kalender den vierten nachgeholten Sonntag nach Erscheinung. Dazu gibt es von mir eine Predigt auf soundcloud.


3. November
Weltlichkeit oder Heiligkeit als Konsequenz?

Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Missbrauchsskandalen für die Priesterausbildung?
Die einen fordern eine Lockerung der kirchlichen Sexuallehre, zu deutsch: bitte weniger Keuschheit! P. Vincent Ribeton FSSP dagegen, der Regens des Wigratzbader Priesterseminars, fordert eine Rückkehr “zu einer radikalen Heiligkeit”, und zwar nach jenem Modell, das schon einmal zu einer wahren Glaubenserneuerung in der Kirche beigetragen hat, nämlich dem tridentinischen. Das schreibt er im Editorial der neuesten Ausgabe des Informationsblatts. Die Idee dabei ist, sich in die Schule Christi zu begeben: “Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir” (Mt 16,24).
Möge jeder selber beurteilen, welche Konsequenz logischer ist, um das Ziel zu erreichen, dass die Kirche die “heilige Kirche” ist, wie wir sie im Credo bekennen, und nicht die Brutstätte von Verbrechern im klerikalen Gewand.


2. November
Magnus Striets Katholizismus

Er [Magnus Striet] bleibt seinen aus anderen Büchern bekannten Aussagen treu: in Anlehnung an Kants Freiheitsbegriff wird das Beharren auf objektiver oder gar geoffenbarter Wahrheit als prämodern gekennzeichnet. Was genau Wahrheit sei, ob es wirklich eine Offenbarung und ob es überhaupt einen Gott gebe, all das ist dem Fundamentaltheologen zwar nicht zweifelsfrei aussagbar, doch bei einem ist er sich ganz sicher: in einer modernen Gesellschaft muss Pluralismuskompetenz bedeuten, sich selbst nicht ganz sicher zu sein. Oder etwas platter formuliert: nur glaubhaft in den Diskurs der Moderne lässt der sich ein, der seinen Wahrheitsanspruch aufgibt. Nun, mit Katholizismus im landläufigen Sinne hat das zwar nicht mehr all zu viel zu tun, doch dass man sich dann auch nicht so recht für „Mission Manifest“ begeistern kann, verwundert weiter nicht.

Aus der Rezension von Johannes Hartl über das Buch “Einfach nur Jesus? Eine Kritik am Mission Manifest”. Ich erinnere an die Aussage des Theologen Karl-Heinz Menke in seinem Buch Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr?, in dem er sich mit Magnus Striet und Stephan Goertz auseinandersetzt: “Wo Theologie in dem Sinne ‘unabhängig’ sein will, dass sie selbst bestimmt, was wahr ist, bastelt sie sich ihren eigenen Gott.”

Beim Lehrer in diesem Video handelt es sich NICHT um Magnus Striet.


1. November
Petrusbruderschaft: Die aktuelle Statistik

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat ihre jährliche Statistik veröffentlicht. Hier einige Zahlen:

Derzeit gehören ihr weltweit 304 Priester an.

Sie ist in 133 Diözesen tätig. Von diesen befinden sich 41 in den USA, 36 in Frankreich und 14 in Deutschland.

An 239 Orten feiert sie regelmäßig die hl. Messe.

Sie hat 129 Niederlassungen, von denen 92 kanonisch errichtet sind.

Weltweit sind ihr 43 Personalpfarreien anvertraut, die sich auf folgende Länder verteilen: USA 33, Kanada 3 und jeweils eine in Großbritannien, Mexiko, Australien, Italien, Nigeria, den Niederlanden und der Schweiz.

Der Konfraternität St. Petrus gehören 6446 Personen an: 4525 im englischen, 990 im französischen und 931 im deutschen Sprachraum.


1. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (16)

An sechzehnter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen vier Beiträge:
1. die Biographien über Rupert Kornmann, Paul Capelloni und Magnus Jocham;
2. die Biographien über Alfonso de Castro SJ, Alfonso de Castro OFM, Francesco Caracciolo und Johannes Baptist Berthier;
3. die Beiträge über die Wächter (Les veilleurs);
4. die Beiträge über den Weltjugendtag in Madrid.


31. Oktober
Die Rettung der Vernunft

Was C. S. Lewis und Max Horkheimer dazu zu sagen haben: mein neuester philosophischer Podcast. Der Text wurde bereits im Mai in der Tagespost veröffentlicht.


31. Oktober
Marianna von Jesus de Paredes

Vor 400 Jahren, am 31. Oktober 1618, wurde in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, Marianna von Jesus de Paredes geboren. Sie führte ein äußerst hartes Büßerleben und starb am 26. Mai 1645 an einer unerklärlichen Krankheit, nachdem sie sich Gott zum Opfer angeboten hatte zur Rettung Quitos vor der Pest, die ausgebrochen war. 1853 wurde sie selig-, 1950 heiliggesprochen. Sie wird die “Lilie von Quito” genannt.


30. Oktober
Gesucht: Kritischer Verstand!

Auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost ist ein neuer Beitrag von mir erschienen:
“In den jüngsten innerkirchlichen Kontroversen, z.B um das Mission Manifest oder in der Causa Wucherpfennig, lässt sich ein bestimmtes Argumentationsmuster erkennen, das immer wiederkehrt: Demjenigen, der die kirchliche Lehre hinterfragt, wird der Gebrauch der Vernunft unterstellt, dem Gläubigen dagegen ein Mangel an Vernunftgebrauch...”
Weiterlesen.


30. Oktober
Institut Papst Benedikt XVI.

Vor zehn Jahren, am 30. Oktober 2008, wurde in Regensburg das Institut Papst Benedikt XVI. feierlich eröffnet mit der Bestimmung, zu einem zentralen Ort der Forschung über das Werk Joseph Ratzingers zu werden.


29. Oktober
Das Zitat

Es gibt eine enge Verwandtschaft zwischen der Freude und der Güte; beide machen die Seele weit. Eine geweitete Seele strömt leicht über; eine überströmende und mitteilsame Seele ist notwendigerweise wohltuend.

Charles-Louis Gay, Unterhaltungen über die Geheimnisse des Rosenkranzes


29. Oktober
Nachgiebigkeit statt Barmherzigkeit

Selbst auf den Seiten des konservativ-libertären Amerikanischen Politmagazins "National Review" staunte man über die Tatsache, dass unter der Leitung des Papstes aus "Sünde" nun "das objektive Ideal nicht gänzlich leben" geworden sei und dabei gesellschaftliche Konventionen die Christliche Lehre als Maßstab ersetzten. Das mag vorhersehbar "konservativ" klingen, doch der Autor Michael Brendan Dougherty interessiert sich vor allem für die Logik dieser Transformation. Wenn aus normativen Geboten Ideale würden, die nur bis zu einem gewissen Grad realisiert werden müssen, dann gebe es keine Sünden mehr, sondern nur noch "Halbtugenden". Dougherty sieht darin einen B-Klasse Katholizismus.
In dieser vom Papst propagierten Version des Glaubens sei Gott nicht wirklich barmherzig, sondern eher nachgiebig und indifferent. Ein Gott, der dem Stereotyp des Baby-Boomer-Papis zum Verwechseln ähnlich sieht: er erwarte sich weniger von seinen Kindern, die können sich aber umgekehrt auch weniger von ihm erwarten. So ein Gott wäre freilich nicht in der Position zu richten - und Erlösung wäre er uns geradezu schuldig, wenn er denn ein lieber Gott sein soll. Erst recht, wenn er die Kirche bis vor Kurzem mit den Qualen einer nicht lebbaren Moral in die Irre hat laufen lassen.

Aus: Raphaela Schmid, Wer ist wie Gott? Die Kirche und ihre Hirten vor dem Letzten Gericht, in: VATICAN-Magazin 11/2018.

Zum Thema Barmherzigkeit


28. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über die Reinigung des Herzens wurde auf der Seite Mut zur Gottesbegegnung, die über die missverstandene Verklärung auf der Seite Wie Gott uns wuchs eingebettet. Beide Predigten gehen über das Evangelium zur Verklärung Christi. Das Zitat Martin Mosebachs über den Fehler westlicher Liturgiewissenschaftler und jenes von Michael Fiedrowicz über die komplette Abrüstung findet sich beim Zusammenbruchs-Interview mit Klaus Gamber.


28. Oktober
Harmonie zwischen Glaube und Vernunft

“Deshalb ist es Unser Wunsch, den Geist der Gelehrten und aller Gläubigen und Nichtgläubigen auf den Weg und die Methode hin zu lenken, der Scotus gefolgt ist, indem er zwischen Glauben und Vernunft eine Harmonie hergestellt hat und das Wesen der Theologie auf eine Weise bestimmte, daß sie jenseits bloßer Spekulation auf wirksame Weise Handeln und Tat, Praxis und Liebe hervorbringt. In der Ausführung dieses Werkes war er vom Lehramt der Kirche und einem gesunden kritischen Geist geleitet, der ihn die Wahrheit tiefer erkennen ließ und zu der Überzeugung führte, daß das Wissen nur so viel Wert hat, als es zur Praxis führt.
Im katholischen Glauben fest verwurzelt unternahm er es, die Wahrheiten des Glaubens mit dem Licht der natürlichen Vernunft zu erkennen, zu erläutern und zu verteidigen. Nichts ließ er unversucht, um alle Wahrheiten in Einklang zu bringen, die natürlichen und die übernatürlichen, die ja in ein und derselben göttlichen Quelle ihren Ursprung haben.”

Heute vor zehn Jahren, am 28. Oktober 2008, schrieb Papst Benedikt XVI. diese Zeilen in seinem Apostolischen Schreiben anlässlich des 700. Todestages des seligen Johannes Duns Scotus.


27. Oktober
König der Herzen

Zum morgigen Christkönigssonntag gibt es auf soundcloud zwei Predigten von mir: König meines Herzens und Ein Königtum der Liebe.


27. Oktober
Jean Leclercq

Vor 25 Jahren, am 27. Oktober 1993, starb in Clerf, Luxemburg, im Alter von 82 Jahren der Mediävist und Ordenshistoriker Jean Leclercq OSB. Er war ein Schüler Étienne Gilsons und ein führender Experte für den hl. Bernhard von Clairvaux.


26. Oktober
Auszeichnung

Vor zehn Jahren, am 26. Oktober 2008, wurde Manfred M. Müller, der Autor unseres Beitrags über das Post Abortion Syndrom, in Heidelberg mit dem internationalen Literaturpreis "Preis des Lebens” ausgezeichnet, und zwar für seine Arbeit Fünf Schritte. Die Heilung der Abtreibungswunden.


26. Oktober
Alexandre Clerval

Vor 100 Jahren, am 26. Oktober 1918, starb im Alter von 59 Jahren der Theologe Alexandre Clerval. Er dozierte am Institut Catholique in Paris und war ein Spezialist für die Schule von Chartres.


25. Oktober
Genaue Auflistung

“Vor einigen Tagen hat Vigano ‘aus dem Untergrund’ seine dritte Botschaft lanciert. Darin listet er genau auf, dass Ouellet in seiner Antwort die von ihm erhobenen Vorwürfe nicht widerlegt, sondern eher bestätigt habe.”

Aus: Guido Horst, Sex, Geld und Macht, in der Tagespost von heute. Man kann diese Auflistung in der dritten Botschaft Viganos, datiert vom 19. Oktober 2018, nachlesen.


24. Oktober
Aktive Mentoren

Das Phänomen, dass Vorgesetzte in Priesterseminaren und Diözesankurien den Nachwuchs rekrutieren und fördern, der ihre sexuellen Präferenzen teilt, ist in den Vereinigten Staaten gut dokumentiert und wird nun im Zusammenhang mit McCarrick und Wuerl offen diskutiert. Beide Kardinäle waren die Protegés homosexuell aktiver Mentoren, McCarrick wurde selbst zum Täter, Wuerl war immerhin in Missbrauchsvertuschung involviert.

Aus: Raphaela Schmid, Christus kam nur bis Pennsylvania; in: VaticanMagazin Oktober 2018, S. 9-14.


24. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (15)

An fünfzehnter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) steht der Beitrag über den Philosophen Joseph Geyser.


23. Oktober
Wenn der Inhalt stört

Von P. Engelbert Recktenwald

Seit Jahrzehnten hören wir, dass die Kirche eine neue Sprache finden müsse, um Gehör für ihre Botschaft zu finden. Hartl hat sie gefunden. Seine Vorträge sind beliebt und erreichen z.B. über seinen youtube-Kanal eine Reichweite, von der die meisten Theologen nur träumen können. Aber gerade das passt einer bestimmten Richtung innerhalb der Theologenschaft nicht.

Dabei könnte ich eine bestimmte Kritik gut verstehen. Auch ich habe kritische Anfragen, z.B. ob laute Musik und Discofeeling bei der MEHR-Konferenz die angemessene Form und “Sprache” für den Inhalt sind, den Hartl vermitteln will. Aber Inhalt und Ziel dessen, was er vermittelt, kann ich nur befürworten: Er verkündigt den katholischen Glauben, um die Menschen zu einer lebendigen, persönlichen Beziehung zum Herrn, ihrem Erlöser, zu führen.

Aber genau das ist Gegenstand einer Kritik, für die ich als Beispiel die beißenden Ausführungen von Franca Spies, einer jungen Theologin und Redakteurin beim Theologie-Blog y-nachten, herausgreifen will.

Immerhin schreibt sie noch: “Es soll niemandem das Recht abgesprochen werden, seine Beziehung zum Erlöser zu pflegen.” Für so viel Toleranz sind wir echt schon dankbar. Ansonsten hat sie für Hartls Anliegen viel Spott und karikierendes Unverständnis übrig: “autoreferentiellen Himmel-Hölle-Sex-Brei” nennt sie es. Dabei sind die von Hartl behandelten Themen so vielfältig, dass ein Interviewpartner von IdeaSpektrum zu ihm meinte: “Sie reden über alles und jedes.” Natürlich zählen zu diesen Themen auch Sünde, Sex und Jesus. Und was tut Spies? Genau, wir können es uns denken: Sie greift diese Punkte heraus, um eine thematische Engführung bei Hartl zu suggerieren.

Spies vermisst bei Hartl die Politik. Ihre Autoritäten, an denen sie Hartl misst, sind die Vertreter der politischen Theologie. Paulus konnte noch so herrlich unpolitisch sein: “Der Sohn Gottes hat mich geliebt und sich für mich dahingegeben” (Gal 2, 20). Auf diesen Nenner bringt Paulus die Quintessenz des christlichen Glaubens. Dasselbe tut Hartl, und genau das stößt Spies sauer auf. Nicht Lehramt, Schrift und Paulus, sondern Rahner, Metz und Sölle sind ihre Referenzgrößen, um über Hartl abzuurteilen.

Dem promovierten Theologen, der stets biblisch argumentiert, wirft sie ein unkritisches Bibelverständnis vor. Von ihrem eigenen Umgang mit der Bibel gibt sie eine Kostprobe, wenn sie Gal 3,28 “Da ist nichts Männliches und Weibliches. Ihr alle seid einer in Christus Jesus” heranzieht, um allen Ernstes die Idee der Geschlechtervielfalt zu promoten, im ausdrücklichen Anschluss an Judith Butler, die die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen nicht etwa als Teil von Gottes Schöpfungsordnung, sondern als diskursives Konstrukt ansieht.

Eigentlicher Stein des Anstoßes ist für Spies also nicht die Form, sondern der Inhalt. Für sie sind es “traditionalistische Positionen”, die Hartl vertritt. In Wirklichkeit sind es schlicht und einfach katholische Positionen.

Das passt zu einer Beobachtung, die ich schon seit Jahrzehnten mache, und das ist der Punkt, auf den es mir ankommt: Modernistische Theologie fordert zwar eine neue Sprache, aber in Wirklichkeit praktiziert sie das genaue Gegenteil: Sie verpackt in der alten Sprache neue Inhalte. Sie sagt z.B. weiterhin “Jesus ist auferstanden”, meint aber: “Die Sache Jesu geht weiter.” So etwa schon Marxsen in den 70er Jahren.

Eine Theologie, die die kirchliche Lehre nicht auslegt, sondern durch eine andere ersetzt, hat ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Solange die Bischöfe über die ausbleibende Weitergabe des Glaubens nur klagen, aber der Blockade dieser Weitergabe an den theologischen Fakultäten tatenlos zuschauen, ist an ein Ende der Krise nicht zu denken.

Dieser Beitrag erschien am 11. Juli auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost.

Vgl. meine Stellungnahme Demagogische Mission zur Kritik von Ursula Nothelle-Wildfeuer am Mission Manifest.


22. Oktober
Bastelnde Theologen

“Wo Theologie in dem Sinne ‘unabhängig’ sein will, dass sie selbst bestimmt, was wahr ist, bastelt sie sich ihren eigenen Gott.”

Aus: Karl-Heinz Menke, Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr? Eine Streitschrift. Menke setzt sich darin mit der Theologie von Magnus Striet und Stephan Goertz auseinander.


22. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Folgende drei Artikel wurden auf einer je eigenen Seite untergebracht: Wurde das nicht vom Konzil abgeschafft? von Kevin Scallon C.M; Das Erwachen von Rod Dreher; Abschied vom Relativismus von Johannes Hartl.


21. Oktober
Liebe, die nicht blind macht

Meine Predigt von heute


21. Oktober
John Dobree Dalgairns

Vor 200 Jahren, am 21. Oktober 1818, wurde auf Guernsey der Konvertit John Dobree Dalgairns geboren. Er “schloß sich 1842 in Littlemore Newman an, schrieb mehrere Heiligenleben für dessen Serie, wurde 1845 katholisch, 1846 in Langres zum Priester geweiht, ging mit Newman nach Rom, war dann Professor in Maryvale und St. Wilfrids College, 1849 einer der ersten Oratorianer, (...) begabt für philosophische und theologische Kontroversen, scharfer Dialektiker” (LThK, 1. Auflage). Er starb am 6. April 1876 im Zisterzienserkloster Burgess Hill, Brighton.


20. Oktober
Hingabe statt Abgabe

Meine Predigt zum 22. Sonntag nach Pfingsten


20. Oktober
Moral: ein Produkt der Biologie?

“So unsinnig es wäre, die Gültigkeit mathematischer Axiome auf jene genetischen Gesetze zurückzuführen, die das mathematische Denkvermögen bewirkt haben, so aussichtslos ist es, die mit Gut und Böse verbundenen praktischen Geltungsansprüche durch Rückführung auf die biologischen Wurzeln des Moralbewußtseins als verbindlich erweisen zu wollen.”

Aus: Annemarie Pieper, Gut und Böse, München 20083, S. 30


20. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (12)

An zwölfter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen drei Seiten: Beiträge über die Geschichte des Christentums in China, die Biographien über Jean Basset, Antonio Vieira und Ignaz Knoblehar, Kritisches zur Woche für das Leben.


19. Oktober
Russel Kirk

Vor 100 Jahren, am 19. Oktober 1918, wurde in Plymouth, Michigan, der Politikwissenschaftler Russel Kirk geboren. Durch sein an Edmund Burke orientiertes Denken und Schreiben wurde er der Vordenker der konservativen Bewegung in den USA. Er starb am 29. April 1994 in Mecosta, Michigan.


19. Oktober
Seligsprechung

Vor zehn Jahren, am 19. Oktober 2008, wurden Luis Martin und Celia Guérin, die Eltern der hl. Therese von Lisieux, seliggesprochen. Die Heiligsprechung folgte am 18. Oktober 2015.


18. Oktober
Karger über meinen Aufsatz

Die heutige Ausgabe der Tagespost bringt eine Kurzrezension von Michael Karger über meinen Aufsatz Das Dilemma der nachmetaphysischen Vernunft. Ein instruktiver Blick auf die Philosophie von Jürgen Habermas, der in der Jesuitenzeitschrift Theologie und Philosophie erschienen ist. Karger fasst meine Kritik gut zusammen und hält den Aufsatz für einen lesenswerten Beitrag. Das finde ich auch.


18. Oktober
Petrusbruderschaft

Vor 30. Jahren, am 18. Oktober 1988, errichtete Rom die Priesterbruderschaft St. Petrus, die genau drei Monate zuvor in Hauterive von zwölf Priestern und einem Diakon gegründet worden war, zu einer Gesellschaft päpstlichen Rechts.


17. Oktober
Das Zitat

Jener findet in Gott seine Gelassenheit, der sich bemüht, der Wahrheit zu entsprechen und sich darum wenig kümmert, wie er von den Menschen behandelt oder eingeschätzt wird.

Seliger Heinrich Seuse


17. Oktober
Vertuschte Verbrechen

In dieser letzten Hinsicht sollte besonders der berüchtigtste und höchstrangige Fall erwähnt werden, nämlich die Vorwürfe von sexuellen Sünden, Verbrechen und Machtmissbrauch durch den Ex-Kardinal Theodore McCarrick (oft gemunkelt, jetzt sehr öffentlich). Die gut dokumentierten Details dieses Falles sind skandalös und ernsthaft skandalös, ebenso wie die Verschleierung solch entsetzlicher Handlungen durch andere Kirchenführer, die aufgrund soliden Beweisen darüber Bescheid wussten. Während die jüngsten glaubhaften Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Erzbischof McCarrick eine ganze Reihe von Problemen ans Licht gebracht haben, war lange Zeit das Problem des Missbrauchs seiner Macht zugunsten der homosexuellen Befriedigung ignoriert worden.

Bischof Robert C. Morlino von Madison in einem ausführlichen und eindringlichen Brief an die Gläubigen über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche. Der Brief stammt vom 18. August 2018, also vor der Veröffentlichung von Viganos Zeugnis. Die deutsche Übersetzung des Briefes wurde in Theologisches September/Oktober 2018 veröffentlicht.


15. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (10)

An zehnter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen wiederum zwei Seiten: die Seite über Erich Wasmann, Domenico Palmieri und Kasper Druzbicki, und die Seite über Josef Diaz Sanjurjo, Vincent Yen und Organtino Gnecchi-Soldi SJ.


14. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über das Vorbild des Blinden und das Zitat Denekes über die angebliche Wunderproblematik finden Sie beim herrlichen Aufsatz von Gerhard Hermes über Wunder. Das treffende Fundamentalismuszitat Dietmar Mieths ist beim Fundamentalismusaufsatz Spaemanns, meine Predigt über die drei Einfallstore der Versuchung bei der Biographie über den Trinker Matt Talbot untergebracht.


14. Oktober
Horst Mertens

Vor fünf Jahren, am 14. Oktober 2013, starb im Alter von 86 Jahren Horst Mertens, Mitbegründer des Initiativkreises Köln und der jährlich stattfindenden Kölner Liturgischen Tagung.


13. Oktober
Demagogische Mission

Von P. Engelbert Recktenwald

In diesen Tagen kritisierte eine katholische Theologin ein Missionsverständnis, das es nicht bei der Taufe allein als Voraussetzung des Christseins belässt, sondern auch ein Glaubens- und Bekehrungserlebnis erreichen will. Im Mission Manifest, an dem sie kein gutes Haar lässt, heißt es nämlich: “Es ist nicht mehr genug, katholisch sozialisiert zu sein. Die Kirche muss wieder wollen, dass Menschen ihr Leben durch eine klare Entscheidung Jesus Christus übergeben.” Diesem Missionsverständnis macht sie den Vorwurf, “ein Elitechristentum” aufzumachen und jene auszuschließen, “die noch auf der Suche sind und zweifeln.”

Sie scheint zu verkennen, dass es ja gerade darum geht, eben diesen Suchenden zu helfen, Jesus, das “Brot des Lebens”, zu finden. Daraus die Etablierung eines Elitechristentums und den Ausschluss der Suchenden zu folgern, ist ungefähr so logisch wie der Vorwurf an Menschen, die Verhungernden Nahrung bringen, sie würden die Hungernden ausschließen. Was für eine Diskriminierung! Auch Hungernde sind vollwertige Menschen...
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12. Oktober
Korruptes Netzwerk?

Aus manchem Kuriengeflüster war längst bekannt, dass die Kardinäle Blase Joseph Cupich und Joseph William Tobin nie auf den Listen der Bischofskongregation standen, sondern jeweils über McCarricks Empfehlung und auf direkte Anweisung des Papstes ernannt und umgehend zu Kardinälen gemacht worden waren. War dies nun endlich ein konkretes Beispiel jenes korrupten Netzwerkes, das Papst Franziskus eigentlich bekämpfen wollte?
Eine Woche später behauptete Erzbischof Carlo Maria Viganò, der ehemalige Nuntius in Amerika, Papst Franziskus habe mindestens seit 2013 gewusst, dass McCarrick serienmäßig Seminaristen belästigt habe. McCarrick sei trotzdem zum wichtigsten amerikanischen Berater des Papstes avanciert und tatsächlich für die Ernennungen von Cupich und Tobin verantwortlich gewesen.
Kardinal Cupich erklärte daraufhin, es sei nicht gut, den Vorwürfen Viganòs nachzugehen, der Papst habe von McCarricks sexuellen Übergriffen auf Seminaristen und Priester gewusst: "Der Papst hat eine wichtigere Agenda, er muss sich um andere Dinge kümmern, über die Umwelt sprechen, den Schutz der Migranten, und die Arbeit der Kirche weiter führen. Wir werden uns in dieser Sache nicht in die Ecke treiben lassen."

Aus: Raphaela Schmid, Christus kam nur bis Pennsylvania; in: VaticanMagazin Oktober 2018, S. 9-14.


12. Oktober
Heiligsprechung

Vor zehn Jahren, am 12. Oktober 2008, wurden in Rom Gaetano Errico (1791-1860), die Schweizerin Maria Bernarda Bütler (1848-1924), Alfonsa Muttathupadathu FCC (1910-1946) und Narcisa de Jesús Martillo Morán (1832-1869) heiliggesprochen.


12. Oktober
Willi Graf

Vor 75 Jahren, am 12. Oktober 1943, wurde Willi Graf im Gefängnis Stadelheim mit dem Fallbeil enthauptet. Er gehörte mit Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst und Alexander Schmorell zur Widerstandsgruppe Weiße Rose.


11. Oktober

Genderideologie und Wissenschaftsfeindlichkeit

Mein neuester Podcast


11. Oktober
Emilia d’Oultremont

Vor 200 Jahren, am 11. Oktober 1818, wurde im belgischen Liège die Ordensgründerin Emilia d’Oultremont geboren. Als Witwe gründete sie 1857 die Gesellschaft von Maria der Wiedergutmachung (Societas Mariae Reparationis), nachdem ihr bereits 1842, zur Zeit ihrer Ehe, der hl. Ignatius von Loyola in einer Vision erschienen war mit der Prophezeiung, dass sie eines Tages seiner Ordensregel folgen werde. Am 22. Februar 1878 starb sie in Florenz. Am 12. Oktober 1997 wurde sie seliggesprochen.


11. Oktober
Dionysius Pamplona

Vor 150 Jahren, am 11. Oktober 1868, wurde im spanischen Calamocha (Teruel) der Märtyrer Dionysius Pamplona geboren. Er trat in die Kongregation der Piaristen ein, die vom hl. Josef von Calasanza gegründet worden war. Im Spanischen Bürgerkrieg wurde er am 25. Juli 1936 in Monzon bei Huesca erschossen. Am 7. Mai 1995 wurde er mit 17 weiteren spanischen Märtyrern seliggesprochen.


10. Oktober
Das Zitat

In der Apostolischen Zeit lag der Hauptkampf zwischen Wahrheit und Irrtum in dem Streit, den die Kirche gegen die Welt und die Welt gegen die Kirche führte - die Kirche, der Angreifer im Namen des Herrn; die Welt auf seiten des Teufels, angestachelt von Neid und Bosheit, Wut und Stolz, geistliche Waffen mit irdischen, das Evangelium mit Verfolgung, Gutes mit Bösem zurückschlagend. Aber von der Auseinandersetzung innerhalb der Kirche, wie sie sich heute abspielt, wussten die Christen damals verhältnismäßig wenig.

Seliger John Henry Newman


10. Oktober
Umkehr statt Rücktritt

Der Papst muss endlich Rede und Antwort stehen. Sein Schweigen ist unklug und unerträglich. Damit schadet er der gesamten Kirche. Gerade vom Papst muss ein klares Schuldbekenntnis erwartet werden, falls er wirklich vertuscht oder den klerikalen Verbrechern leichtfertig vertraut haben sollte. Wird er zu unrecht verdächtigt, hat er die Pflicht, die Anschuldigungen zurückzuweisen. Aber zurücktreten muss er nicht.

Das meint Bernhard Müller im PURmagazin 10/2018. Einen Rücktritt hält er wegen der Kollateralschäden für das Amt des Papstes für falsch. Man solle nicht den Rücktritt des Papstes erzwingen, sondern seine “Umkehr” erbeten.


9. Oktober
Verdorbenheit in der Kirche

Verdorbenheit in der Kirche kritisiert der deutschsprachige Distriktsobere der Priesterbruderschaft Sankt Petrus, Bernhard Gerstle (61). "Wie tief die Verdorbenheit sogar bis in höchste Kreise der Kirche eingedrungen ist", habe jüngst der Missbrauchsskandal in den USA gezeigt, sagte Gerstle in Wigratzbad im Landkreis Lindau im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Kürzlich gab P. Bernhard Gerstle der KNA ein Interview.


9. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (8)

An achter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen wieder zwei Seiten: die Seite über Francesco Borghero und die Seite mit den Biographien über Guglielmo Massaja, Isidor Bakanja, Clementine Anuarite Nengapeta und Maria Sanctia Johanna Szymkowiak.


8. Oktober
Das Zitat

Wer seine eigenen Fehler und Schwächen eingesteht, der ist stärker als jener, der diese verdrängt; und außerdem arbeitet die Verdauung auch besser.

Hanns Lilje


8. Oktober
Mafiotische Karriere

Die theologische Zeitschrift „Herder Korrespondenz“ hält in ihrem neuen Heft (Oktober 2018) an der Frage nach dem päpstlichen Schweigen fest, statt sie fallenzulassen, und das allein ist schon ein Verdienst, in wissenschaftlicher und journalistischer Hinsicht. Der Journalist Ludwig Ring-Eifel macht sich einen Reim darauf, warum ein Mann wie McCarrick unter Franziskus noch einmal Einfluss gewinnen konnte. In seinem Beitrag „Theodore McCarrick: Keine Gnade“ schreibt er über dessen mafiotische Karriere: „Diese verlief umso glanzvoller, weil er es nicht nur verstand, beste Kontakte in Politik und Kirche zu knüpfen, sondern weil er auch ein begnadeter ,Fundraiser‘ war.“

Aus: Christian Geyer, Die Kirche schweigt vom Kopfe her, FAZ, 7. Oktober 2018


7. Oktober
Coach, nicht Vorzimmerdame

Meine Predigt von heute


7. Oktober
Verwüstung

Es ist Zeit zuzugeben, dass es innerhalb der Hierarchie der katholischen Kirche eine homosexuelle Subkultur gibt, die im Weinberg des Herrn große Verwüstung anrichtet.

Bischof Robert C. Morlino von Madison in einem ausführlichen und eindringlichen Brief an die Gläubigen über den anhaltenden sexuellen Missbrauch in der Kirche. Der Brief stammt vom 18. August 2018, also vor der Veröffentlichung von Viganos Zeugnis. Die deutsche Übersetzung des Briefes wurde in Theologisches September/Oktober 2018 veröffentlicht.


6. Oktober
20. Sonntag nach Pfingsten

Zum morgigen 20. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Die Tage sind böse und Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht...


6. Oktober
Claudine Thévenet

Vor 200 Jahren, am 6. Oktober 1818, gründete die hl. Claudine Thévenet RJM (1774-1837), die “Heilige von Lyon”, die Kongregation der Schwestern Jesu und Mariens. Außer der Gründerin ist aus dieser Kongregation am bekanntesten die selige Dina Bélanger, eine Mystikerin in der Gefolgschaft der kleinen heiligen Thérèse.


6. Oktober
Koreanische Märtyrer

Vor 50 Jahren, am 6. Oktober 1968, wurden 24 koreanische Märtyrer seliggesprochen, die 1866 Opfer der großen Verfolgung geworden waren. Am 6. Mai 1984 wurden sie in Seoul mit 79 weiteren Märtyrern heiliggesprochen.


5. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (6)

An sechster Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen zwei Seiten: die Seite mit den Biographien über Guillaume Répin, Aloisius Stepinac, Richard Pate und Guilbert Bourne, und die Seite über die Lage in Osttimor.


5. Oktober
Missionsdominikanerinnen vom Heiligen Rosenkranz

Vor 100 Jahren, am 5. Oktober 1918, wurde in Lima die Kongregation der Missionsdominikanerinnen vom Heiligen Rosenkranz gegründet. Gründerin war die selige Florentina Nicol Goni (1868-1940), eine Dominikanerin mit Ordensnamen Schwester Ascension vom Herzen Jesu. Am 30. Dezember 1913 kam sie mit vier weiteren Missionarinnen aus Spanien nach Peru, um im peruanischen Regenwald den Ärmsten zu dienen und ihnen das Evangelium zu bringen. Sie war einem Ruf des Dominikanerbischofs Ramón Zubieta y Les gefolgt, der als Apostolischer Vikar für Puerto Maldonado verantwortlich war. Am 14. Mai 2005 wurde sie zusammen mit der aus Heppenheim stammenden Maria Anna Cope OSF seliggesprochen. Es war die erste Seligsprechung unter Papst Benedikt XVI.


3. Oktober
Adalbert

Vor 1050 Jahren, Anfang Oktober 968, ernannt Kaiser Otto der Große (Kaiser 962-973) auf der Synode von Ravenna den hl. Adalbert OSB (ca. 910-981) zum ersten Erzbischof des neu gegründeten Erzbistums Magdeburg.


2. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (5)

An fünfter Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen Libermanns Grundsätze bei der Verwaltung des Pfarramtes.


2. Oktober
Herrmann Gruber

Vor 150 Jahren, am 2. Oktober 1868, trat Herrmann Gruber (1851-1930) der Gesellschaft Jesu bei. Hermann Gruber SJ widmete den Großteil seines Lebens dem Studium und der Bekämpfung der Freimaurerei. Etwa 70 Schriften verfasste er in diesem Sinne. Im Laufe der Zeit führte ihn sein Sinn für Fairness aber auch dazu, die Freimaurer gleichzeit auch gegen verleumderische Angriffe in Schutz zu nehmen, etwa gegen die Ausfälle von Erich Ludendorff, der daraufhin das Gerücht von der freimaurerisch-jesuitischen Zusammenarbeit zur Vernichtung Deutschlands in die Welt setzte.


1. Oktober
Herbert Tröndle

Vor einem Jahr, am 1. Oktober 2017, starb in Waldshut im Alter von 98 Jahren der hoch angesehen Rechtswissenschaftler Herbert Tröndle. Er war ein unbestechlicher Kritiker der Aushöhlung des Rechtsschutzes der ungeborenen Kinder und bezeichnete z.B. das "Beratungsschutzkonzept" als semantisches Trugwort.


1. Oktober
Hermann Müller

Vor 150 Jahren, am 1. Oktober 1868, wurde in Dortmund der Moraltheologie und Kirchenmusiker Hermann Müller geboren. Seit 1901 lehrte er in Paderborn an der philosophisch-theologischen Akademie. Von 1910 bis 1923 war er Präsident des Allgemeinen deutschen Cäcilienvereins. Er “warb begeistert und kritisch für die Renaissance Palestrinas und italienischer, spanischer und niederländischer Stilgenossen” und arbeitete wissenschaftlich und organisatorisch “für die Rechte und Geschichte des deutschen katholischen Kirchenliedes” (LThK, 1. Auflage). Am 17. Januar 1932 starb er in Paderborn.


30. September
Gebt dem Teufel nicht Raum

Meine Predigt von heute


29. September
Zeit, “danke” zu sagen

Am 28. Juni veröffentlichte die Tagespost einen Artikel, den sie von mir erbeten hatte, zum Thema: 30 Jahre Petrusbruderschaft und ob es richtig war, die Piusbruderschaft zu verlassen und in die ausgestreckte Hand des Papstes einzuschlagen. Ich gebe hier den Text wieder.

Von P. Engelbert Recktenwald

Als ich 1988 am Tag der Bischofsweihen durch Erzbischof Marcel Lefebvre die Priesterbruderschaft St. Pius X. verließ, war das eine Glaubensentscheidung - und ich denke, das kann ich auch im Namen der anderen Gründer der Petrusbruderschaft behaupten. Papst Johannes Paul II. bezeichnete jene Weihen als einen schismatischen Akt. Damit steht er ganz in der katholischen Tradition. Pius XII. hatte seinerzeit in Zusammenhang mit der chinesischen Kirche Bischofsweihen, die gegen päpstliches Verbot gespendet werden, als Bruch menschlichen und göttlichen Rechts bezeichnet und auch die Berufung auf einen Notstand als unzulässig abgelehnt. Solche Akte sind also in sich schlecht, vergleichbar der moralischen Beurteilung des Ehebruchs. Sie sind folglich auch in Einzelfällen nicht erlaubt. Versuche der Piusbruderschaft, ihre Bischofsweihen als eine dieser Regel enthobene Einzelfallentscheidung zu rechtfertigen, lesen sich bisweilen wie eine Fußnote von “Excommunicationis laetitia”.

Ich hatte damals nur vage Hoffnungen auf eine neue Gemeinschaft. Aber für mich war klar: Wenn wir allein mit der Absicht handeln, den Willen Gottes zu erfüllen, dürfen wir darauf vertrauen, dass Er uns irgendwie weiterhilft. Und auch das Vertrauen auf seine Kirche dürfen wir nicht so weit verlieren, dass man mit ihr bricht. Bei seiner Ankündigung der Weihen auf der Pressekonferenz vom 15. Juni 1988 hatte Erzbischof Lefebvre bekannt, dass er jedes Vertrauen in Rom verloren habe. “Rom”: Das war damals Papst Johannes Paul II. und vor allem Joseph Kardinal Ratzinger, der als Präfekt der Glaubenskongregation lange Jahre hindurch Lefebvres Verhandlungspartner gewesen war.

Als P. Josef Bisig und ich fünf Tage nach den Bischofsweihen, am 5. Juli 1988, eine Audienz bei Kardinal Ratzinger hatten, wurde mir klar: Es geht nicht nur um unser Vertrauen auf die Kirche, sondern auch um das Vertrauen der Kirche in uns. Wachsamkeit gegenüber Fehlentwicklungen in der Kirche und berechtigte Kritik an ihnen dürfen nicht dazu führen, bei den Gläubigen ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Rom zu säen. Die Kirche muss auch uns vertrauen können.

Ein solches Misstrauen zeigte sich bei der Piusbruderschaft dann auch in ihren Prophezeiungen über uns. Die Piusbruderschaft hatte die väterlich ausgestreckte Hand Roms ausgeschlagen, wir hatten sie angenommen. Man prophezeite, diese Hand sei nur eine Falle; über kurz oder lang werde Rom seine Zusagen zurücknehmen und uns gleichschalten. Inzwischen ist diese Prophezeiung widerlegt.

Freilich gab es Schwierigkeiten. Vor allem die Reaktionen der Bischöfe waren sehr unterschiedlich: von feindseliger Ablehnung bis hin zu offenen Armen für unser Kommen in die Diözese. Oft ließ uns ein Bischof nur mit einem gewissen Misstrauen in sein Bistum. Doch in den allermeisten Fällen hat sich dieses Misstrauen dann in eine Wertschätzung unserer seelsorglichen Arbeit verwandelt. Vielfach ist es uns gelungen, jenen Katholiken, die aufgrund der Traditionsbrüche in Lehre und Liturgie heimatlos geworden waren, eine Heimat in der Kirche zu bieten. Viele Bischöfe, die diese Sorge teilen, bezeugen, dass dieses Anliegen bei der Petrusbruderschaft in guten Händen ist. Es ist Zeit, für das in uns gesetzte Vertrauen einmal öffentlich “danke” zu sagen.

Die Einigungsbemühungen Roms um die Piusbruderschaft, die schon im Jahr 2000 begannen und 2009 mit der Aufhebung der Exkommunikation einen Höhepunkt erlangten, verfolgten wir stets mit wohlwollender Hoffnung. Gerade weil wir aus der Piusbruderschaft stammen und neidlos anerkennen, was wir ihr verdanken, wünschen wir nichts sehnlicher, als dass sie in die Mitte der Kirche zurückkehrt, um dort um so fruchtbarer zu wirken. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es möglich ist. Nachdem die kleine Petrusbruderschaft 30 Jahre lang in der Kirche überlebt hat und enorm wachsen konnte, sollte die große Piusbruderschaft endlich auch ans eigene Überleben glauben können.

Ich persönlich sehe inzwischen eine unvermutete Gefahr für die traditionelle Bewegung in der Kirche ganz woanders, nämlich in einer Hyperliturgisierung. Bei aller theologischen Engführung, die man Erzbischof Lefebvre vorwerfen mag: Er hatte den Eifer eines wahren Hirten, dem es um das Heil der Seelen geht. Die Bewahrung der Liturgie war für ihn kein ästhetischer Selbstzweck. Vielmehr sah er ihre Krise als einen Teil der Glaubenskrise, die das Heil vieler Seelen gefährdet. Sein Anliegen war ein höchst pastorales im vollen katholischen Sinne des Wortes. Es ging ihm nicht um Rubriken, also um den Buchstaben liturgischer Vorschriften, sondern um den Geist. Er war nicht gegen Reformen überhaupt, sondern gegen Reformen, die den Geist der Liturgie vernebeln. In meinem ersten Priesterjahr in der Piusbruderschaft versorgte ich sonntäglich eine Kapelle, in der abwechselnd an einem Sonntag Gregorianischer Choral, am anderen die Schubertmesse gesungen wurde. Kein Mensch hatte sich etwas dabei gedacht. Das Phänomen eines liturgischen Purismus, der deutsche Lieder in der Liturgie verachtet, den direkten Vortrag von Lesung und Evangelium in der Landessprache ablehnt, einen exzessiven Rubrizismus bin hin zur missionarischen Selbstknebelung pflegt, ist mir erst viel später begegnet, vor allem in Laienkreisen. So wird Kritikern der traditionellen Liturgie eine willkommene Angriffsfläche geboten, Neulingen der Zugang zu ihr erschwert. Man hat eine schiefe Bahn betreten, an deren Ende Liturgie als Liebhaberei eines exklusiven Clubs exotischer Ästheten erscheint. Ich bin Kardinal Sarah dankbar, dass er beim Abschlusshochamt der Chartreswallfahrt ein Zeichen gesetzt und das richtige Maß für die Weise angemahnt hat, wie man zelebrieren soll: “mit edler Schlichtheit, ohne unnötige Überladungen, falschen Ästhetizismus oder Theatralik, aber mit einem Sinn für das Heilige, der Gott zuerst die Ehre gibt.”

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