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Als Harry Potter noch undenkbar war

Zum 250. Geburtstag des Jugendschriftstellers Christoph von Schmid

Von Petra Kehl

„Wohl niemand hat die über alle Welttheile verbreiteten, in sechs Sprachen übertragenen und von der jetzt regierenden Königin von Schweden eigenhändig ins Schwedische übersetzten gemüthreichen Erzählungen des Freundes und Lieblings aller Kinder ohne die lebhafteste Freude gelesen, Tausende werden sich noch gerne der seligen Stunden erinnern, welche ihnen in ihrer Jugendzeit, der fröhlichsten des Lebens, jene lieblichen, phantasiereichen Erzählungen geschaffen haben und nirgends werden die edlen Früchte verborgen geblieben sein, welche der so in die Kinderherzen gestreute Same gebracht hat, und stets bringen wird.“

So heißt es in einer Schrift, mit deren Hilfe die weltliche und geistliche Obrigkeit des Königreichs Bayern und des Bistums Augsburg Geld sammelte, um anlässlich des ersten Jahrestages seines Todes dem Volksdichter Christoph von Schmid ein Denkmal zu errichten.

Seitdem sind mehr als 150 Jahre vergangen. Die Geschichten Schmids sind nicht nur in sechs, sondern inzwischen 24 Sprachen übersetzt worden und haben in allen Ständen und Generationen begeisterte Leser gefunden, darunter so namhafte Persönlichkeiten wie die Dichter Adalbert Stifter und Friedrich Rückert, den Philosophen Schelling, die Könige Ludwig I. und Maximilian von Bayern sowie Papst Paul VI.

Geboren wurde der geistliche Bestsellerautor am 15. August 1768 in der Reichsstadt Dinkelsbühl. Dort wuchs er auf und besuchte dann das Gymnasium in Dillingen. Ein weiteres Studium des begabten jungen Mannes schien anfangs unmöglich, weil die Mutter nach dem frühen Tod des Vaters acht weitere Kinder allein großziehen musste und daher nicht das nötige Geld aufbringen konnte. Doch dann bekam Christoph Schmid, wie er damals noch hieß, eine einträgliche Stelle als Hauslehrer, die es ihm ermöglichte, in Dillingen Philosophie zu studieren, bis er 1787 ins Klerikalseminar eintreten konnte.

In dieser Zeit sammelte er bereits seine ersten pädagogischen Erfahrungen, die ihm später, als er in Thannhausen „wegen des Mangels an Schulgehülfen“ als Kaplan und Schulinspektor selbst Unterricht halten musste, gute Dienste leisteten. Außerdem griff er bei seiner neuen Tätigkeit auf seine eigenen Kindheitserfahrungen zurück, besonders auf das pädagogische Vorbild des eigenen Vaters. Johann Friedrich Schmid hatte sich stets sehr intensiv mit seinen Kindern beschäftigt. Speziell seine Art der Glaubensunterweisung hat seinen Sohn Christoph bis ins hohe Alter geprägt. Er berichtete darüber in seinen autobiografischen Aufzeichnungen: „(Vater) wußte uns so lehrreich als angenehm zu unterhalten – vorzüglich mit Erzählungen, unter denen mir die biblischen Geschichten die liebsten waren und bis zu dieser Stunde unvergeßlich blieben. Er trug sie mit besonderer Vorliebe, mit Innigkeit und Andacht vor. Die Freundlichkeit Gottes, der mit den ersten Menschen wie ein Vater mit seinen Kindern umging, war mir mehr zu Herzen gegangen, als die gelehrten Begriffe, die in der Folge meine Religionslehrer mir, in hohen, für Kinder nicht geeigneten Worten beizubringen suchten. Durch die einfachen biblischen Erzählungen gewann ich Gott, den Vater im Himmel, lieb und empfand kindliche Ehrfurcht gegen Ihn.“

An diese Erfahrung knüpfte nun Christoph von Schmid an. Er versuchte, die Kinder mit einfachen, kindgerechten Worten und Geschichten, die er selbst verfasste, zur Gottesliebe zu führen und in den Grundlagen der Religion zu unterrichten. Bei den Kindern kam diese neue Lehrmethode gut an.

Um 1810 veröffentlichte Schmid dann seine erste Geschichte im Druck. Es handelte sich um eine Bearbeitung der seit dem 15. Jahrhundert im Volk verbreiteten und überaus beliebten rheinischen Legende von der Pfalzgräfin Genovefa, die unschuldig des Ehebruchs angeklagt, von ihrem jähzornigen Ehemann zum Tode verurteilt, von ihren mitleidigen Henkern mit ihrem Kind jedoch verschont und in die Wildnis gebracht wird. Schmid verstand es meisterhaft, die Handlung dramatisch aufzubauen und gleichzeitig einen Kurzkatechismus für die Kleinsten einzufügen, der die Spannung nicht zerstörte, sondern noch erhöhte. „Genovefa“ wurde ein großer Erfolg, ebenso die wenig später veröffentlichte Erzählung „Rosa von Tannenburg“ und mehr als hundert weitere längere und kürzere Geschichten, die er in den folgenden Jahren schrieb.

Den Grund für seinen Erfolg erklärte Schmid folgendermaßen: „Ich ging zu den Kindern selbst in die Schule und lernte von ihnen. Als ich Schule zu halten anfing, fehlte es an brauchbaren Kinderschriften. Ich kam daher auf den Gedanken, selbst kleine für Kinder passende Erzählungen abzufassen, um ihnen die Lehren der Religion dadurch anschaulicher zu machen. Gewöhnlich erzählte ich diese Geschichten den Kindern, oder las sie ihnen vor und hieß sie dann dieselben aus dem Gedächtnisse nachschreiben. Aus ihren Aufschreibungen, die ich fleißig durchging, ersah ich, was die Kinder am meisten darin angesprochen und was nicht.“

Zu Schmids Erfolg trug nicht weniger seine Art bei, die Themen darzustellen, dass nämlich „die in den Erzählungen zutage tretende Weltanschauung ganz dem Weltbild entspricht, das in einem Kinderkopf sich malt. Dass das Gute siegt, nicht nur innerlich, seelisch, sondern auch sehr sichtbar äußerlich, und dass das Böse ebenso bestraft wird, entspricht ganz der kindlichen Vorstellung von der göttlichen Wirksamkeit. Gewiss, eine Zeitlang mag wohl das Böse triumphieren und der Gute Unglück erleiden, je schwerer, desto verdienstvoller – aber am Ende müssen sich doch alle Dinge zum besten kehren.“ (Hermann Köster, Geschichte der deutschen Jugendliteratur)

Nicht nur der Sieg des Guten über das Böse – und zwar gemäß dem Evangelium „durch das Gute“ und nicht etwa wie heute auch durch das Böse – war ihm Anliegen. Zwei weitere ziehen sich wie rote Fäden durch seine Geschichten: Er konnte nicht oft genug die Bedeutung einer guten, sorgfältigen Erziehung der Kinder durch die Eltern betonen und die Notwendigkeit, die eigenen Leidenschaften zu beherrschen. Er begnügte sich jedoch nicht damit, diese Themen theoretisch abzuhandeln, sondern gab in seinen Schriften vielfach praktische Anleitungen, indem er die Erziehung beschrieb, welche die Helden seiner Geschichten, allen voran Genovefa und Rosa von Tannenburg, von Mutter und Vater erhalten. Er erging sich hier stets in detailreichen Schilderungen und pries den vielfältigen Segen, der Kindern aus einer sorgfältigen Erziehung erwuchs. Auf der anderen Seite stellte er aber auch immer wieder die Folgen einer schlechten oder nachlässigen Erziehung dar, insbesondere einer Erziehung, die mehr auf irdische „Werte“ ausgerichtet ist als auf jene Werte, die zum Himmel führen.

Schmid wurde nie müde, seine Leser zur Selbstbeherrschung aufzurufen, was – anders als heute – sehr gut ankam, wie die außerordentliche Beliebtheit seiner Geschichten beweist. Nicht zuletzt diesen Geschichten verdankte Schmid seiner Ernennung zum Domherrn in Augsburg und schließlich die Verleihung des Ritter-Kreuzes des Königlichen Civil-Verdienst Ordens der bayrischen Krone, mit dem die Erhebung in den Adelsstand verbunden war.

Als von Schmid am 26. Juli 1854 mit 87 Jahren an der Cholera starb, wurde er von Menschen aller Stände und Altersstufen tief betrauert.

Eine Zeitlang waren seine Schriften fast in Vergessenheit geraten, nur einige seiner Gedichte fanden sich in den Gesangbüchern der deutschen Diözesen. Die Lieder „Beim letzten Abendmahle“ und „Ihr Kinderlein kommet“ etwa sind noch immer sehr beliebt, auch wenn kaum noch jemand den Namen des Dichters kennt. In den vergangenen Jahren wurden einige seiner Geschichten neu aufgelegt oder sind als Book-on-Demand über Amazon erhältlich. Die schönsten Erzählungen gibt es als leicht gekürzte Hörbuch-Ausgaben auf drei mp3-CDs.

Die Hörbücher von Christoph von Schmid


Claude François Poullart des Places

Vor 300 Jahren, am 2. Oktober 1709, starb in Paris der Gründer der Spiritaner Claude François Poullart des Places. Er wurde am 26. Februar 1679 in Rennes geboren, studierte in Rennes, Caen und Nantes, machte dort an der berühmten juristischen Fakultät mit 21 Jahren das Staatsexamen der Rechtswissenschaft und hatte eine glänzende Laufbahn vor sich. Doch er entschied sich fürs Priestertum, begann 1701 in Paris im Collège Louis-le-Grand das Theologiestudium und empfing am 15. August 1702 die Tonsur.

Am 27. Mai 1703, Pfingstsonntag, legten er und zwölf Studenten vor der Statue Notre Dame de Bonne Délivrance das Versprechen ab, ihr Leben dem Dienst an den Armen zu weihen. Es ist dieselbe Statue, vor der 1587 der junge Franz von Sales das Memorare gebetet hatte und von seiner Krise befreit wurde. Die Versprechensablegung Poullarts und seiner Gefährten war zugleich die Gründung des Seminars vom Heiligen Geist, eines Konvikts für arme Theologiestudenten. Nur wer sein Studium nicht selber finanzieren konnte, durfte dort eintreten.

Am 17. Dezember 1707 empfing er die Priesterweihe. Keine zwei Jahre später starb er während der Hungersnot, die als Folge des furchtbar kalten Winters über Europa hereingebrochen war. Unter seinem zweiten Nachfolger Ludwig Bouic, der 1708 zur Gemeinschaft gestoßen war und sie 53 Jahre leitete, wurde aus dem Konvikt ein tridentinisches Vollseminar. Die Gemeinschaft gab sich eine Ordensregel, die 1734 vom Pariser Erzbischof bestätigt wurde. Das war die eigentliche Gründung der Kongregation vom Heiligen Geist. Die römische Bestätigung folgte 1824. 1848 vereinigte sich die Genossenschaft mit der Kongregation vom Hl. Herzen Mariens, die sieben Jahre zuvor der jüdische Konvertit Franz Maria Paul Libermann gegründet hatte.

Ihr hauptsächliches Arbeitsgebiet war die Mission in Afrika. Heute ist sie auf allen Kontinenten tätig. 1962 wurde Erzbischof Marcel Lefebvre für zwölf Jahre zum Generaloberen der Spiritaner gewählt. 1968 trat er von diesem Amt zurück, weil er den neuen Kurs der Gemeinschaft nicht mittragen konnte.


Weitere Biographien

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