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Die Jungfrau von Guadalupe und ihr Weg nach Mexiko

Von Carolin Holterhoff

Seit der Erscheinung der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko im Dezember 1531 ist viel über dieses Ereignis geschrieben worden, besonders über das Bild auf der Tilma, welches sie hinterlassen hat. Wissenschaftliche Erkenntnisse beweisen die Echtheit des Bildes, das nicht von Menschenhand gemacht sein kann. Für die Katholiken ist Guadalupe zu einem der wichtigsten Pilgerorte der Welt geworden. Dabei darf aber nicht der Fehler gemacht werden, dieses Ereignis losgelöst von der geschichtlichen Entwicklung zu sehen, denn erst eingebettet in die Geschichte ergibt sich vor dem religiösen Hintergrund ein vollständiges Bild, welches den ewigen Kampf zwischen der Gottesmutter und ihrem Widersacher widerspiegelt.

Das aztekische Reich (die Azteken nannten sich selbst Mexica; der Begriff Azteken ist von ihrem mythischen Ursprungsort Aztlan abgeleitet und erst seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlich) umfasste zu Beginn des 16. Jahrhunderts ca. 324.000 km² und reichte vom Pazifik bis zur Golfküste und von Zentralamerika bis nach Guatemala. Dort lebten ungefähr zwanzig Millionen Menschen, von denen fünfzehn Millionen unter aztekischer Herrschaft standen. Es wurden über hundert verschiedene Sprachen gesprochen, doch das Nahuatl der Azteken war die lingua franca. Seit 1502 n. Chr. herrschte Montezuma II. von der Hauptstadt Tenochtitlan aus, die eine Insel im See von Texcoco war. Laut Legende hatten sich die Azteken hier niedergelassen, weil sie einen Adler gesehen hatten, der auf einem Feigenkaktus saß und eine Schlange im Schnabel hatte, wie ihr Stammesgott Huitzilopochtli es ihnen vorausgesagt hatte. Die Stadt, die inzwischen etwa dreihunderttausend Einwohner hatte, war über drei Dämme mit dem Festland verbunden. Ein Kanalsystem ähnlich wie in Venedig ermöglichte den Zugang mit Kanus zu den Häusern. Die schwimmenden Gärten (chinampas) waren eine Besonderheit, da sie künstlich angelegt waren und mit dem Schlamm vom Boden des Sees fruchtbar gemacht wurden. Da es in Tenochtitlan selbst kein Süßwasser gab, wurde es über ein Aquädukt vom Festland auf die Insel geleitet.

Von dieser Stadt aus hatten die Azteken viele der anderen ansässigen Stämme militärisch unterworfen, die zu Tributleistungen verpflichtet waren, die überwiegend aus Lebensmitteln, kunsthandwerklichen Produkten und Menschen bestanden. Die Menschen wurden zum Teil versklavt, aber der größte Teil von ihnen wurde den Göttern geopfert. Diese Religion ist schwer mit der Tatsache in Einklang zu bringen, dass die Azteken ein hochstehendes Volk mit entwickeltem Staatswesen, Justiz, Militär, Architektur, Bildung und Kultur waren.

Es gab eine Vielzahl von Göttern, denen Menschenopfer dargebracht wurden. Ihre Tempel standen auf den Plattformen von Pyramiden. Besonders zu erwähnen sind dabei Huitzilopchtli, ein Sonnen- und Kriegsgott, der auch der Stammesgott der Azteken war, und Tezcatlipoca, der Gott der Dunkelheit und auch der Hölle. Bei den Opferungsritualen wurden die Menschen auf einen Opferstein gelegt, mit einem Obsidianmesser wurde ihre Brust aufgeschnitten, das zuckende Herz herausgerissen und in einer Opferschale verbrannt. Die Gliedmaßen wurden zubereitet und verspeist. Als es in der Mitte des 15. Jahrhunderts zu mehreren Naturkatastrophen und Hungersnöten kam, nahm ein Priester des Huitzilopochtli namens Tlacaellel dies zum Anlass, die Zahl der Opfer zu erhöhen, mit der Begründung, dass die bisherigen Opfer ungenügend und die Götter erzürnt wären. Tlacaellel diente seinem Gott Huitzilopochtli unter vier Herrschern und gilt als Architekt des mexikanischen Reiches, wie die Spanier es vorfanden. Er ist auch der Erfinder der Blumenkriege, die in Friedenszeiten mit anderen Stämmen geführt wurden, um an Menschenopfer kommen, ohne die wirtschaftlichen Beziehungen zu stören. Dieser blutrünstige Kult erlebte einen Höhepunkt, als Tlacaellel im Jahr 1487 n. Chr. mit 89 Jahren den neuen Tempel des Huitzilopochtli einweihte. Laut dem Historiker Warren H. Carroll wurden in vier Tagen 80.000 Menschen im Akkord die Brust aufgeschnitten, das pochende Herz herausgerissen, der Körper die Tempelstufen heruntergestoßen, zerteilt, die Gliedmaßen als Speise für die Priester zubereitet und der Rumpf den wilden Tieren im Zoo des Herrschers zum Fraß vorgeworfen. Viele aus den verbündeten und unterworfenen Gebieten, vor allem die Adeligen, mussten anwesend sein, aber die meisten konnten den Anblick und den Gestank nicht ertragen. Es heißt, dass Tlacaellel als Einziger die ganze Zeit anwesend war (W. H. Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 10).

Ungefähr zur gleichen Zeit wurde in Spanien Christoph Columbus zum ersten Mal bei Königin Isabella vorstellig, um Geld für eine Entdeckungsfahrt nach Indien zu bekommen. Isabella war interessiert, aber ihre Kräfte waren noch im Kampf gegen die Mauren gebunden. Diese waren im 8. Jahrhundert in Spanien eingefallen und hatten die Christen in arge Bedrängnis gebracht. Das christliche Spanien musste sich in einem 770 Jahre dauernden Kampf bewähren, bis 1492 schließlich die Mauren bei der Schlacht in Granada endgültig besiegt wurden. Die Spanier waren dadurch im 16. Jahrhundert mit großer Wahrscheinlichkeit die besten Soldaten Europas; sie waren kampferprobt, hatten keine Angst, hatten großes Gottvertrauen und waren glühende Verehrer der Muttergottes. Damit waren sie am besten gerüstet für die Aufgabe, die vor ihnen lag. Auch wenn viele von ihnen zu jung waren, um selbst gegen die Mauren gekämpft zu haben, waren sie doch beseelt von diesem Geist, der ihren Charakter geformt hatte.

Königin Isabella finanzierte die Reise des Columbus mit seinen Schiffen Santa Maria, Pinta, La Niňa. Er entdeckte die Karibik. Von Hispaniola aus wurden in den folgenden Jahren immer wieder Fahrten nach Westen unternommen. 1517 n. Chr., in dem Jahr, in dem Martin Luthers 95 Thesen Europa in Aufruhr versetzten, landete Francisco Hernández de Córdoba auf der Halbinsel Yucatán, wo er in einen Kampf mit den dort ansässigen Indianern geriet, die zwar zu den Maya gehörten, aber viele Gebräuche der Azteken übernommen hatten. Córdoba verlor die Hälfte seiner Männer und starb nach der Rückkehr nach Hispaniola selbst an seinen Verletzungen. 1518 kehrte Juan de Grijalva mit der doppelten Anzahl an Männern nach Yucatán zurück; er wurde zwar auch angegriffen, hatte aber nur geringe Verluste und fuhr die Küste Richtung Norden entlang. Dort konnte er ein wenig Handel treiben und einen ersten, kurzen Kontakt mit den Azteken herstellen. So wie in Yucatán trafen sie auch hier auf die Tempel, in denen Menschenopfer dargebracht wurden. Noch vor ihrer Rückkehr bereitete Diego Velázquez, der Gouverneur Kubas, der bereits an den beiden vorherigen Fahrten finanziell beteiligt gewesen war, eine dritte Expedition vor. Als Kapitän wählte er Hernán Cortés aus. Allerdings änderte er seine Meinung, wahrscheinlich, weil er ihm nicht traute – sie hatten schon einige Differenzen gehabt, an denen Cortés nicht unschuldig war – und fürchtete, die Kontrolle über das Unternehmen zu verlieren (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 21). Allerdings schaffte er es nicht mehr, Cortés seines Postens zu entheben, da dieser frühzeitig von dem Plan erfahren hatte und die Segel setzte.

Hernán Cortés war 1485 in Medellin in der Extramadura in Spanien als Sohn eines Landadeligen geboren worden. Ganz in der Nähe liegt der Ort Guadalupe, in dem eine Marienstatue verehrt wird, die nach dem Einfall der Mauren zur Sicherheit vergraben worden war und im 13. Jahrhundert infolge einer Marienerscheinung wiedergefunden wurde. An dieser Stelle wurde eine Kirche gebaut, die von Hieronymitenmönchen betreut und zu einem wichtigen Pilgerort für die Spanier wurde (Br. Francis Mary, Guadalupe in Spain, in: A Handbook on Guadalupe, S. 24). Cortés kam mit neunzehn Jahren in die Karibik und nahm 1511 an der Eroberung Kubas unter der Leitung von Diege Velázquez teil; zwischenzeitlich war er dessen Sekretär und Zahlmeister. Er hatte auch Besitzungen auf der Insel, die ihm ein gutes Einkommen sicherten. Er setzte seinen ganzen Besitz zur Finanzierung der Fahrt ein und nahm dafür sogar Kredite auf. Cortés wird als schlank, kräftig, ernst und geduldig beschrieben und war ein sehr guter Reiter, konnte mit allen Waffen umgehen und schreckte vor nichts zurück. Er trug immer eine Kette mit einem Medaillon mit dem Bild der Gottesmutter, die seine Schutzheilige war; er verehrte auch den hl. Petrus, den hl. Johannes den Täufer und den hl. Jakobus, den spanischen Nationalheiligen (Diaz del Castillo, Die Eroberung von Mexiko, S. 613 ff). Er war auch sehr redegewandt, eine Eigenschaft, die ihm in den Verhandlungen mit den Indianern und unzufriedenen Soldaten zugute kam. Er ließ eigens für die Fahrt zwei Standarten in Rot und Schwarz anfertigen, auf denen neben dem königlichen Wappen Spaniens ein Kreuz und der Spruch “Amici, sequamur crucem, et si nos fidem habemus, vere in hoc signo vincemus” (“Freunde, lasst uns dem Kreuz folgen, und wenn wir festen Glaubens sind, werden wir in diesem Zeichen siegen.”) aufgestickt waren. Dieser Spruch verwies auf das Zeichen des Kreuzes, das Kaiser Konstantin vor der Schlacht bei der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 erschienen war. Es ist anzunehmen, dass Cortés von seiner christlichen Aufgabe überzeugt war. Der Vorwurf an Cortés und generell alle Spanier, sie seien nur gierig nach Gold und Reichtum gewesen, ist nicht gänzlich falsch. Sie alle waren daran interessiert, da sie Geld in diese privaten Unternehmen, „hueste“ genannt, stecken mussten und weil es nun mal in der Natur des Menschen liegt. Sie legitimierten ihre Fahrt damit, dass sie das entdeckte und eroberte Land für den König in Besitz nahmen, der aber kein Risiko einging, da er nichts finanzierte. Die Verbreitung des christlichen Glaubens war darüber hinaus selbstverständlich. Carroll schreibt, dass es allerdings an jedem einzelnen lag, in welcher Reihenfolge er seine Prioritäten setzte (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 50).

Am 18. November 1518 verließ Cortés Santiago de Cuba, um in Havanna und Trinidad noch weitere Vorräte aufzunehmen und Männer zu rekrutieren, von denen die meisten gerade mit Grijalva von der zweiten Expedition zurückgekehrt waren; unter ihnen waren Pedro de Alvarado, Gonzalo de Sandoval und Bernal Diaz del Castillo, der an allen drei Expeditionen teilgenommen und einen ausführlichen Bericht hinterlassen hat. Von ihnen wird er einen ersten, oberflächlichen Eindruck über die Verhältnisse in Mexiko erhalten haben. Seine Flotte bestand nun aus elf Schiffen, 508 Soldaten, 100 Seeleuten, 16 Pferden, 32 Bogen, 13 Musketen, 4 Falkonetten und einigen Bronzekanonen. Auch zwei Priester, der Mercedarier Pater Bartolomé de Olmedo und Juan Diaz waren dabei, da es seit 1503 Vorschrift war, bei solchen Unternehmungen einen Feldgeistlichen mitzunehmen (Rinke, Conquistadoren und Azteken, S. 64). Auf dem Weg nach Mexiko machte er noch auf der Yucatán vorgelagerten Insel Cozumel Halt, wo er Gerónimo de Aguilar ausfindig machte. Dieser hatte acht Jahre zuvor einen Schiffbruch überlebt und lebte seitdem als Sklave bei den Indianern; die übrigen Überlebenden waren den Göttern geopfert worden. Er war dem Glauben treu geblieben und sprach inzwischen fließend yucatekisches Maya. Er war sofort bereit, Cortés als Dolmetscher zu begleiten. Der nächste Halt war der Ort, an dem bereits Córdoba und Grijalva von den Indianern angegriffen worden waren, San Juan de Ullua.

Cortés erging es nicht viel besser als seinen Vorgängern, und am 25. März 1519, dem Fest Mariä Verkündigung, kam es zum Kampf bei dem Ort Cintla, in dem die Chontal-Indianer im Verhältnis 300:1 überlegen waren. Dennoch siegten die Spanier, die nur 70 Verletzte zu beklagen hatten, während die Indianer 220 Tote zählten. Die Spanier dankten der allerseligsten Jungfrau für ihren Sieg. Als Zeichen des Friedens schenkten ihnen die Chontal mehrere Mädchen, von denen eine auf den Namen Marina getauft wurde. Diese sollte sich als wahres Gottesgeschenk erweisen, denn sie entstammte der aztekischen Adelsschicht, war aber von ihrem Stiefvater in die Sklaverei gegeben worden. Sie sprach neben ihrer Muttersprache Nahuatl fließend Chontal-Maya und yucatekisches Maya, so dass Cortés sie gemeinsam mit Aguilar als Dolmetscherin einsetzte. Da sie keinerlei Verpflichtungen mehr gegenüber ihrem Volk verspürte, ließ sie sich ganz auf die Sache der Spanier ein, die sie Donna Marina nannten.

An Gründonnerstag, den 21. April 1519, kamen die Spanier in Mexiko an; an Karfreitag gingen sie an Land, wobei Cortés schwarz gekleidet war. Sie stellten die Standarte auf, feierten die hl. Messe und schlugen ihr Lager auf. An Ostersonntag lud Cortés eine Gesandtschaft des aztekischen Herrschers Montezuma II, die ihnen schon am ersten Tag Grüße Montezumas übermittelt und wertvolle Geschenke überbracht hatte, zum Essen ein. Dabei bekamen sie einen ersten Eindruck von dem, was sie erwartete, denn nachdem Cortés ihnen von seinem König in Spanien erzählt hatte, der sich Freundschaft und Handel mit Montezuma wünsche, besprengten die Azteken das Essen mit Blut, um es zu würzen (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 25). Die Spanier waren angewidert und schockiert. Einige Tage später beteten die Spanier das Angelus-Gebet, wie es damals üblich war; Montezumas Botschafter, der anwesend war, äußerte Unverständnis darüber, wie man vor so einem Kreuz auf die Knie gehen und sich demütigen konnte. Cortés nutzte die Gelegenheit und ließ Pater Olmedo vom christlichen Glauben erzählen. Der Botschafter muss Montezuma darüber berichtet haben, denn kurz darauf brach Montezuma den Kontakt zu den Spaniern ab, da seine Götter ihm verboten hatten, sich weitere Reden über das Kreuz Christi anzuhören (Diaz del Castillo, Die Eroberung von Mexiko, S. 92).

4. Folge

Montezuma, dem nichts in seinem Reich verborgen blieb, fürchtete, dass sich eine alte Prophezeiung erfüllte, nach der der Gott Quetzalcoatl eines Tages zurückkehren wollte, um die Herrschaft zu übernehmen. Er galt als der Gott des Windes, des Wissens und der Bildung und wollte keine Menschenopfer, da er seine Untertanen viel zu sehr liebte; er nahm lediglich Schlangen, Vögel und Falken als Opfer an (Soustelle, Das Leben der Azteken, S. 187). Der Gott Tezcatlipoca aber, der Herr der Dunkelheit, forderte Menschenopfer und daraufhin wurde Quetzalcoatl vertrieben. Auf seiner Flucht machte er Rast in dem Ort Cholula und reiste dann mit einem Boot Richtung Osten. Eines Tages aber wollte er wiederkommen. Vermutlich war es nicht Quetzalcoatl selbst, sondern sein Hohepriester Ce Acatl Topiltzin Quetzalcoatl, der sagte, dass sein Gott keine Menschenopfer wolle, da er ein Gott es Lichts und nicht der Dunkelheit sei (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 19). Für Montezuma, der auch über die vorherigen Expeditionen Córdobas und Grijalvas informiert war, muss es so ausgesehen haben, als würde Quetzalcoatl zurückkehren, schließlich kamen die Spanier aus dem Osten und Cortés hatte bei der Landung schwarz getragen, eine Farbe, die mit Quetzalcoatl in Verbindung gebracht wurde. Darüber hinaus hatten weise Männer die Rückkehr dieses Gottes für das Jahr 1-Rohr und den Tag 9-Wind vorausgesagt, was genau auf den 21. April 1519, Gründonnerstag, zutraf, das Ankunftsdatum der Spanier (Carroll, Our Lady, S. 19]. Wie lange die Indianer insgesamt und Montezuma im Besonderen tatsächlich geglaubt haben, dass die Spanier Götter seien, ist nicht klar, aber je länger sie in Mexiko waren, desto unwahrscheinlicher ist es, da im täglichen Leben deutlich war, dass die Spanier wie die Indianer Menschen waren. Cortés hat die Möglichkeit, die Macht als vermeintlich zurückgekehrter Gott an sich zu reißen, nicht genutzt, da ihm das als Christ und Katholik unmöglich war und er auch ein großes Risiko eingegangen wäre (Carroll, Our Lady, S. 45).

Obwohl Montezuma den Kontakt mit den Neuankömmlingen verboten hatte, hielten sich zwei hohe aztekische Adelige nicht daran; Atonal und Tlamapanatzin kamen mit einem geheimen Buch über Quetzalcoatl, dessen Verbrennung Montezuma befohlen hatte, zu Cortés und baten ihn, sie von der Tyrannei ihres Herrschers zu befreien; im Gegenzug wollten sie ihm das Buch geben. Er sagte ihnen, wenn sie ihm dienen wollten, müssten sie sich taufen lassen, ihre Taufe fand Ende Mai 1519 statt (Carroll, Our Lady, S. 28).

Etwa zur gleichen Zeit traf eine Abordnung der Totonaken aus Cempoala bei Cortés ein. Sie baten ihn, ihnen zu helfen, ihre Freiheit von den Azteken wiederzuerlangen, die die Provinz Cempoala erst seit kurzem ihrem Reich hinzugefügt hatten und nun hohe Tributleistungen verlangten. Cortés sah die Möglichkeiten, die die politische Situation in Mexiko ihm bot; durch die Expansion und die Unterdrückung der anderen Indianer hatten sich die Azteken keine Freunde gemacht und die Unzufriedenheit dieser Stämme war der Punkt, an dem Cortés ansetzen konnte, um Verbündete zu gewinnen. Auf dem Weg nach Cempoala sahen die Spanier in allen Ortschaften Beweise für den blutrünstigen Opferkult, der im ganzen Reich ausgeübt wurde. Dies bestärkte sie darin, das Land zu erobern und diesem dämonischen Treiben ein Ende zu setzen. Bevor Cortés seinen Marsch Anfang Juni 1519 nach Mexiko begann, gründete er noch die Niederlassung Villa Rica de la Vera Cruz, in der etwa ein Drittel seiner Leute als Garnison zurückbleiben sollte. Er ließ sich auch von seinen Männern zum Generalkaptän wählen, um sein Vorhaben zu legitimieren. Für den Fall, das ihn jemand nicht begleiten wollte, bot er ein Schiff an, mit dem sie nach Kuba zurückkehren konnten, aber keiner nahm dieses Angebot an, auch nicht die Anhänger von Velázquez, die Cortés nicht wohlgesonnen waren. Alonso Hernández Portocarrero und Francisco de Montejo wurden mit einem Schiff nach Spanien geschickt, um einen Bericht an den König zu überbringen, mit dem Cortés sein Vorgehen in Mexiko und auch in Hinblick auf Velázquez legitimieren wollte; an Bord waren auch die wertvollen Geschenke, die sie bis dahin von Montezuma erhalten hatten. Die anderen Schiffe wurden bewusst auf Grund gesetzt, um einerseits zu verhindern, dass sich Teile der Garnison aus dem Staub machten, andererseits, um deutlich zu machen, dass Cortés nicht gewillt war, dieses Unternehmen zu irgendeinem Zeitpunkt abzubrechen.

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